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"Wie Meditation" - Münchner sammelt ohne Bezahlung Müll | BR24

© BR/Moritz Steinbacher

Für die Müllbeseitigung gibt die Stadt München jährlich 40 Millionen Euro aus. Die Straßenreinigung räumt dafür 6.000 Tonnen Abfall weg. Trotzdem bleibt noch viel liegen. Deshalb sammelt ein Münchner mit, freiwillig. Wir haben ihn getroffen.

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"Wie Meditation" - Münchner sammelt ohne Bezahlung Müll

Kippen, Kaugummis, Verpackungen: Für die Müllbeseitigung gibt die Stadt München jährlich 40 Millionen Euro aus. Die Straßenreinigung räumt dafür 6.000 Tonnen Abfall weg. Trotzdem bleibt noch viel liegen. Deshalb sammelt ein Münchner mit - freiwillig.

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München gilt als besonders saubere Stadt. Das liegt nicht etwa daran, dass die Münchner besonders ordentlich sind. Vielmehr gibt die Landeshauptstadt jährlich rund 40 Millionen Euro für die Müllbeseitigung aus. Etwa 450 Beschäftigte und 256 Reinigungsfahrzeuge werden für die Straßenreinigung eingesetzt.

Mülleimer - überall im Zentrum

6.000 Tonnen Kehricht werden jährlich weggeräumt. Drei Tonnen Müll fallen allein in der Fußgängerzone an. Und das, obwohl dort 200 Abfalleimer stehen. Rund um das Stadtzentrum sind es noch einmal etwa 2.200 Abfallbehälter. In vielen U- und S-Bahn-Zügen fehlen sie allerdings.

Uferbereich der Isar als Problemzone

Liegewiesen an der Isar in München haben ein Müllproblem, obwohl dort riesige Abfallkörbe stehen. Denn Sonnenanbeter, Griller und andere Feierfreudige hinterlassen regelmäßig große Mengen Müll, die aufwendig von Hand weggeräumt werden müssen.

© BR/Moritz Steinbacher

Er liebt die Natur - Müllsammler Josef Reichholz

Freiwilliger Münchner Müllsammler

Josef Reichholz ist auch zu Fuß unterwegs - in Gummistiefeln und mit Greifzange und Eimer in den Händen. Er sammelt ehrenamtlich Abfall, ist oft zwischen Friedenheimer Brücke und Donnersbergerbrücke unterwegs. Im Handumdrehen sammelt Reichholz auf einer Strecke von einem Kilometer einen ganzen Sack voller Müll. Sein Müllsack steht im Anhänger seines Liegerades.

"Es bringt allen Beteiligten was, weil sie sich freuen, dass es einfach gepflegter ist." Josef Reinholz, Müllsammler

Beruflich ist der ehrenamtliche Müllsammler selbstständig. Er verkauft Spezialfahrräder. Trotzdem sammelt er zehn Stunden pro Woche in München Müll, den andere liegen lassen.

"Das ist für mich wie eine Meditation. Ich bin beschäftigt, aber gleichzeitig habe ich keine Zeit für negativen Gedanken. Und das tut gut." Josef Reinholz, Müllsammler

So machen Menschen wie Josef Reinholz die Stadt München ein bisschen lebenswerter und schöner.