Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Münchner S-Bahn-Retterin: "Würde es immer wieder tun" | BR24

© BR

S-Bahn-Retterin Tanja Allgeier erzählt vom Sturz eines jungen Schweizers ins Gleisbett am S-Bahnhof Isartor und wie sie es geschafft hat, die einfahrende S-Bahn zu stoppen

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Münchner S-Bahn-Retterin: "Würde es immer wieder tun"

Weil eine 33-jährige Münchnerin eingegriffen hat, wurde ein junger Schweizer an der Haltestelle Isartor nicht von der S-Bahn überfahren. Im BR-Interview erzählt sie von den entscheidenden Momenten und warum sie von der Bundespolizei gesucht wurde.

Per Mail sharen
Teilen

Gefragt nach dem Moment am Samstag, als es passiert ist, sprudelt es nur so aus Tanja Allgeier heraus. Die Verkäuferin aus München ist gerade auf dem Weg zur Arbeit, erzählt sie, steigt am Bahnhof Isartor aus der S-Bahn. Da sieht sie am gegenüberliegenden Gleis einen ziemlich betrunkenen "jungen Herrn in Lederhosen". Dann war er auf einmal weg. "Da dachte ich mir, das kann doch nicht sein", so die 33-jährige. Kurzentschlossen rennt sie hin und sieht ihn im Gleisbett liegen. "Ich habe ihm halt laut zugerufen, aber er war nicht ansprechbar".

S-Bahn "mit Händen und Füßen" gestoppt

Wenige Augenblicke später fährt die nächste S-Bahn ein. "Ich bin davon ausgegangen, dass der S-Bahn-Fahrer ihn nicht gesehen hat im Gleisbett, weil der ziemlich weit unten versteckt lag", erklärt Tanja Allgeier. Deshalb stellt sie sich mit ausgebreiteten Armen ans Gleis. "Dann ist mir eine andere Frau zu Hilfe gekommen und wir haben versucht, mit Händen und Füßen die S-Bahn zu stoppen", sagt sie. Denn um einen Notschalter zu suchen, um die Gleise zu blockieren, war keine Zeit. Sie schafften es. Etwa 30 Meter vor dem jungen Mann kommt die S-Bahn zum Stehen.

Bundespolizei sucht nach der Retterin

Ein zweiter junger Mann hilft dem Gestürzten aus dem Gleisbett. Tanja Allgeier wartet mit ihm auf die Sanitäter. Die stellen lediglich ein paar Schürfwunden fest. Die Retterin geht "unter Schock", wie sie sagt. Dass die Polizei einen Aufruf gestartet hat, dass die S-Bahn-Heldinnen sich melden sollten, erfährt sie von einem Freund. Der meldet sich per Whats App: "Tanja, die Bundespolizei sucht nach Dir!". Ein mitgeschickter Internet-Artikel klärt die Sache schnell.

Helfen ist "selbstverständlich"

Andere Fahrgäste, zeigen Bilder der Überwachungskamera, sind einfach weiter gegangen, ohne Hilfe anzubieten. "Wie die das mit ihrem Gewissen vereinbaren können", versteht Tanja Allgeier nicht. Für sie war Helfen "selbstverständlich". Sie würde es "immer wieder tun".