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Münchner S-Bahn: Fast 2.000 Weichenstörungen in 10 Jahren | BR24

© pa/dpa/Angelika Warmuth

Münchner S-Bahn: Fast 2.000 Weichenstörungen in 10 Jahren

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    Münchner S-Bahn: Fast 2.000 Weichenstörungen in 10 Jahren

    Im Schnitt kommt es jede Woche zu 3,8 Weichenstörungen bei der Münchner S-Bahn. Mit fast 2.000 Weichenstörungen in den letzten zehn Jahren sind sie eine der Hauptursachen für die mangelhafte Zuverlässigkeit der S-Bahn, kritisiert die Landtags-SPD.

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    Die Weichen im Gleisnetz der Münchner S-Bahn sind ein Hauptgrund für die Verspätungen der Züge. Im Zeitraum von 2010 bis 2019 gab es hier 1.960 Weichenstörungen. Das hat das Bayerische Verkehrsministerium auf Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Markus Rinderspacher mitgeteilt.

    Bis zum Jahr 2025 soll fast jede zehnte Schienenweiche im Münchner S-Bahn-Netz erneuert werden. Dafür will die Bahn rund 8,7 Mio. Euro investieren.

    Rinderspacher: S-Bahn muss zuverlässiger werden

    Zuverlässigkeit müsse Priorität haben bei der S-Bahn, so Rinderspacher. Er fordert höhere Investitionen in die Schieneninfrastruktur angesichts des kommenden Winters. Die Bahn habe jedes Jahr vor dem Winter versprochen, dass man dieses Mal ohne größere Störungen durch die kalten Monate kommen werde, so Rinderspacher.

    Das aber sei Schall und Rauch, und auch heuer werde es wohl wieder zahlreiche Störungen geben. Laut dem Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags sind viele Weichen im Münchner S-Bahn-System in die Jahre gekommen und die Bahn müsste stärker in die Schieneninfrastruktur investieren.

    Das Durchschnittsalter der Weichen liege bei 18 Jahren, so der SPD-Politiker. Auf seine Anfrage antwortete ihm Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU): Die durchschnittliche Betriebsdauer liege bei 20 bis 35 Jahren je nach Weichentyp und Belastung der Weiche. In diesem Jahr sind demnach im gesamten S-Bahnnetz lediglich zwei Weichen erneuert worden. 

    Jedes Jahr 100 Stunden Betriebsausfall

    Seit 2010 gab es durchschnittlich 196 Weichenstörungen pro Jahr, das sind jede Woche etwa 3,8. Dadurch kam es im Zeitraum 2010 bis 2019 zu einem Betriebsausfall von durchschnittlich circa 100 Stunden pro Jahr. 

    Von den insgesamt 328 Weichen des Münchner S-Bahnnetzes wurden seit 2011 laut Statistik 122 Weichen erneuert - für circa 30 Millionen Euro. Die Anzahl der Weichenstörungen sei in dem Zeitraum um zehn Prozent zurückgegangen, wie das Verkehrsministerium laut Rinderspacher angegeben habe.

    Bahn: Weichen halten Jahrzehnte durch

    Von der Bahn heißt es dazu, die Weichen hätten eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten und würden fortlaufend instand gehalten. Investitionen werden laut einem Sprecher gebündelt, deswegen fielen sie unterschiedlich hoch aus.

    Er verwies auf ein modernes Diagnosesystem, das kommende Weichenstörungen mittels Sensoren anzeigt. Außerdem hätten die wichtigsten Weichen im Münchner S-Bahn-Bereich Weichenheizungen. Für den Winter sei man gut vorbereitet, mit Technik und zusätzlichen Fahrzeugen, so der Sprecher. 

    Eisenbahngesellschaft kritisiert Infrastruktur ebenfalls

    Im Winter 2018 hatte die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) harsche Kritik am Zustand der S-Bahn-Infrastruktur in München geübt und gefordert, die Infrastrukturstörungen auf ein Minimum zu reduzieren. 

    Die Münchner S-Bahn ist Teil des verkehrlichen Aufgaben- und Verantwortungsbereichs des Freistaats Bayern - worauf Rinderspacher ausdrücklich hinweist.

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