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Münchner Runde live: Wo bleibt die Verkehrswende? | BR24

LIVESTREAM beendet
Münchner Runde am 19.06.19
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Münchner Runde live: Wo bleibt die Verkehrswende?

Bis 2050 will Deutschland klimaneutral sein - ein wichtiger Faktor: der Verkehr. Aber die versprochene Verkehrswende bleibt aus. Warum? Und was wird aus der Maut? Darüber diskutiert ab 20.15 Uhr die Münchner Runde - im BR-Fernsehen und auf BR24.

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Jeden Morgen Stau in den Innenstädten, die Bahn hat Verspätungen und Zugausfälle. Auch so mancher Flieger bleibt wieder am Boden. Wie tragfähig ist unsere derzeitige Verkehrspolitik? Ist ein Umdenken nicht schon lange nötig?

Staus auf den Autobahnen, Verspätungen bei der Bahn

Steht ein verlängertes Wochenende vor der Türe, ist eines klar: Man sollte die Autobahnen meiden. Auch in den Innenstädten könnte es dann eng werden, denn die, die frei haben, wollen shoppen. Auch wer zu den Naherholungsgebieten aufbricht, sollte wissen: Es könnte sein, dass die Bahn wieder Verspätungen hat.

Der ADAC errechnete für 2018, dass die Zahl der Staus um drei Prozent gestiegen ist. Im Durchschnitt bilden sich jeden Tag 2.000 davon. Zusammengenommen würde ihre Gesamtlänge 38 Mal um die Erde reichen. Noch eine imposante Zahl: Insgesamt gab es 2018 in Deutschland demnach 745.000 Staus. Und es betrifft nicht nur den Pkw-Verkehr. Fast jeder dritte Fernzug hatte im Sommer 2018 zeitweise Verspätung. Auf deutschen Airports fielen in einem einzigen Monat 4.462 Flüge aus.

Der Verkehr nimmt enorm zu

Tag für Tag fahren Laster ihre Ware quer durch die Republik. Die Kurier-, Express- und Paketdienstbranche in Deutschland boomt: In den letzten Jahren stieg die Sendungsmenge laut der Datenbank Statista kontinuierlich - im Jahr 2017 wurden rund 3,4 Milliarden Sendungen verschickt. Gemäß einer Prognose sollen im Jahr 2022 sogar 4,3 Milliarden Sendungen ausgeliefert werden. Der florierende Online-Handel ist der Hauptgrund für die größere Sendungsmenge. Bereits im Januar hat Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, vor einem Verkehrskollaps gewarnt und zusätzliche Milliarden vom Bund gefordert.

"2019 muss ein Jahr der Verkehrswende werden, in dem die Verkehrspolitik viel stärker auf zukunftsgerechte und nachhaltige Mobilität ausgerichtet wird." Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Städtetages

Die Verkehrspolitik sei nicht mehr zeitgemäß, kritisiert Dedy weiter. "Es muss vor allem mehr attraktive Angebote geben, vom Auto auf die Bahn, auf den öffentlichen Personennahverkehr und aufs Fahrrad umzusteigen. Ohne eine Verkehrswende werden wir bald in Teilen unseres Landes einen Verkehrskollaps erleben", so der Hauptgeschäftsführer.

Die Menschen nehmen Umwelt- und Verkehrspolitik wichtig

Im Mai veröffentlichte das Umweltbundesamt die Studie "Umweltbewusstsein in Deutschland 2018". Danach meinten mehr als die Hälfte der Befragten, dass in Deutschland der Umwelt- und Klimaschutz bei der Verkehrspolitik eine übergeordnete Bedeutung haben sollte. Lärm, Abgase und Feinstaub im Straßenverkehr zu verringern, sehen 45 Prozent als sehr wichtig und weitere 44 Prozent als eher wichtig an. Doch die Studie zeigte auch auf, dass bei uns in Deutschland noch immer 70 Prozent regelmäßig ein Auto benutzen.

"Derzeit trägt der Verkehrssektor knapp ein Fünftel zum gesamten Aufkommen an Treibhausgasemissionen bei. Dabei ist der Verkehr der einzige Sektor in Deutschland, in dem die Emissionen seit 1990 nicht gesunken sind. Ursachen dafür sind unter anderem mehr Personen- und Güterverkehr auf der Straße und der Trend zu größeren und schwereren Personenkraftwagen." "Umweltbewusstsein in Deutschland 2018"

Klimakonferenz in Bonn: Bisherige Anstrengungen reichen nicht

Heute startet das zehntägige Treffen der UN zum Thema Klimaschutz. 3.000 Teilnehmer werden erwartet. Zu Beginn appellierte UN-Klimachefin Patricia Espinosa an alle Länder, ihre Klimaschutzanstrengungen massiv zu verstärken.

Die bisherigen Zusagen der einzelnen Länder seien in keiner Weise ausreichend, da es dann zu einer Klimaerhitzung um drei Grad kommen werde. Die Konferenz in Bonn soll - ein halbes Jahr nach dem Weltklimagipfel in Polen - unter anderem den nächsten Weltklimagipfel im Dezember in Santiago de Chile vorbereiten. Dort soll sich etwas bewegen, denn die Zusagen aller Länder weltweit reichen nicht, um das Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Danach soll die Erderhitzung möglichst auf 1,5 Grad begrenzt werden.

Diskussionsstoff für die Münchner Runde

Um 20.15 Uhr diskutiert heute Abend die Münchner Runde über das Thema "Mit Vollgas in den Kollaps - Wo bleibt die Verkehrswende?".

Zu Gast sind Claudia Kemfert, Verkehrs- und Umweltexpertin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, Oliver Krischer, stellvertretender Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Ulrich Lange, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Günther Schuh, Elektro-Fahrzeughersteller. Die Moderation hat Achim Wendler.