| BR24

 
 
© BR

Münchner Runde zum Thema Masern-Impfpflicht

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hat erneut bekräftigt, dass Bayern eine Impfpflicht im Zusammenhang mit Masern ablehnt. Sie setze auf freiwilliges Impfen und Aufklärung, sagte die Ministerin in der Münchner Runde im BR Fernsehen.

95 Prozent Impfquote angestrebt

Mit Aufklärungsarbeit sei in den letzten Jahren viel erreicht worden, so die Ministerin. Zu einer anvisierten Impfquote von 95 Prozent fehle nicht mehr viel. Deswegen bevorzuge sie, den eingeschlagenen Weg des Werbens weiterzugehen. Eine Impfpflicht sei nur das allerletzte Mittel, wenn die Aufforderung für eine Masernimpfung nichts bringe und die Impfquote wieder abfalle, sagte Huml. Über die Kinderärzte hätten entsprechende Informationen bislang bereits viele Eltern erreicht.

Braucht Bayern eine Impfpflicht?

In der Sendung berichtete eine Mutter, die ihren Sohn in der Folge einer Maserninfektion verloren hatte, dass ihr Kind sich in einer Kinderarztpraxis bei einem anderen Kind angesteckt habe. Jede Erkrankung sei ein Einzelfall, sagte der Impfgegner Hans Tolzin. Der Molkereifachmann verwies auf mögliche Todesfälle nach Impfungen. Kinderärztin Brigitte Dietz widersprach Tolzin. "Ich finde es dramatisch, dass Leute wie Sie versuchen, es zu minimieren", kritisierte Kinderärztin Brigitte Ditz den Impfgegner in der Münchner Runde.

Harte Kritik an Impfgegner gerichtet

Die Kinderärztin verwies darauf, dass auch ihr Berufsverband für eine Impfpflicht sei. Die Argumentation des Impfgegners bezeichnete Wissenschaftsjournalist Werner Bartens als "zynisch“. Hier gehe es nicht um Wissenschaft, sondern um Ideologie. Schließlich vertrete Impfgegner Tolzin auch die Position, dass das Durchmachen von Masern einen Entwicklungsschub bringe. Masern gehöre zu den gefährlichsten Erkrankungen, widersprach auch Kinderärztin Brigitte Dietz.

Von Masern-Erkrankungen betroffen seien neben Kindern auch junge Erwachsene, so Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml in der Münchner Runde. Gerade hier seien große Impflücken festzustellen. Um aufzuklären und die Quote zu verbessern, würden Erstsemester in Bayern an den Hochschulen über Masern aufgeklärt.