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Münchner Runde - Was tun gegen Lebensmittelverschwendung? | BR24

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18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland vernichtet - pro Jahr. 10 Millionen Tonnen - über die Hälfte davon - wären noch genießbar. Warum ist das so? Und wie können wir das ändern? Diese Fragen diskutiert Ursula Heller mit ihren Gästen.

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Münchner Runde - Was tun gegen Lebensmittelverschwendung?

Jährlich landen deutschlandweit zu viele Lebensmittel im Müll. Doch wie damit umgehen? Welche Maßnahmen wirklich greifen und warum ist ein Aufweichen beim Containern und Mindesthaltbarkeitsdatum nicht sinnvoll? Das war Thema der Münchner Runde.

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Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber warnt davor, Containern zu beschönigen und zu verniedlichen. Das Herausholen von Nahrungsmitteln aus Supermarktcontainer sei nach wie vor ein Straftatbestand und dürfe nicht legalisiert werden.

Grünen-Hartmann plädiert für Kleineinkäufe und fordert Straffreiheit für Containern

Eine Strafe für Containern sei nicht angebracht, konterte Ludwig Hartmann, Fraktionschef der Grünen im Landtag. Hartmann würde sich wünschen, dass schon viel früher angesetzt werde. Denn das Problem sei vielmehr, dass überhaupt genießbare Lebensmittel weggeworfen werden. Hartmann brachte sich selbst als Vorbild ein. Er mache ungern Großeinkäufe, sondern kaufe in kleinen Mengen diejenigen Lebensmittel, die konkret gebraucht würden. So ließe sich vermeiden, dass Privatpersonen Lebensmittel wegwerfen.

Tafeln handeln verantwortungsvoll mit Nahrungsmitteln

Niemand dürfe das Recht in die eigene Hand nehmen, so die Position von Christoph Minhoff von Bundesverband der Deutschen Ernährungsindustrie zum Thema Containern. Schließlich gebe es in Deutschland auch die "Tafeln". Sie unterstützen Bedürftige in ganz Deutschland gezielt und mit jährlich 260.000 Tonnen an Lebensmitteln, die sie verteilen.

"Foodsharing" rettet Lebensmittel und kritisiert indirekt die Tafeln

Günes Seyfarth vom Verein "Foodsharing München" wies darauf hin, dass allein in München jeden Tag 700 Ehrenamtliche unterwegs seien, um Lebensmittel in Supermärkten und Bäckereien zu retten. Hierbei ginge es im Gegensatz zu den Tafeln nicht um Bedürftigkeit, sondern darum, den Wert des Lebensmittels zu schätzen und vor dem Wegwerfen zu bewahren.

Mindesthaltbarkeitsdatum hat wichtige Aufgabe - und soll unangetastet bleiben

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber verteidigte das Mindesthaltbarkeitsdatum auf den Packungen. Dies sei eine juristische Absicherung des Handels, der verpflichtet sei, gute Ware zu vertreiben. Die Kunden müssten sich selbst sensibilisieren und das Produkt im Zweifel probieren und testen, ob es noch gut sei.