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Münchner Polizei prüft rechtliche Schritte gegen Kollegah | BR24

© Max Patzig/Geisler-Fotopress

Der umstrittene Deutsch-Rapper Kollegah hat Ärger mit der Münchner Polizei.

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Münchner Polizei prüft rechtliche Schritte gegen Kollegah

Der Wirbel um Kollegahs ausgefallenes Konzert in München geht weiter. Der umstrittene Deutsch-Rapper hatte die Münchner Polizei für die Absage seines Auftritts verantwortlich gemacht. Die prüft nun rechtliche Schritte gegen ihn.

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Rapper Kollegah droht juristischer Ärger: Der umstrittene Musiker hatte der Stadt München und insbesondere der Polizei vorgeworfen, an der Absage des für Samstag geplanten Konzertes in der Landeshauptstadt schuld zu sein. Die Polizei wies das zurück und prüft jetzt, ob sich Kollegah mit seiner Behauptung strafbar gemacht hat.

Münchner Kollegah-Konzert abgesagt

Zuerst war Felix Blume, wie der Hip-Hopper mit bürgerlichem Namen heißt, vom Münchner Backstage ausgeladen worden. Hintergrund sind die Antisemitismus-Vorwürfe gegen Kollegah.

Dann platzte auch das von Kollegah selbst organisierte Ausweich-Konzert im VIP Club. Auf seinem Instagram-Kanal erhob der 35-Jährige deshalb schwere Anschuldigungen. Oberbürgermeister und Polizei hätten den Club-Betreibern gedroht, das Konzert mit einem Sondereinsatzkommando zu stürmen.

© Screenshot Instagram kollegahderboss

Nachricht auf Kollegahs Instagram-Kanal

Polizei prüft Kollegahs Aussagen

Michael Riehlein, Sprecher der Münchner Polizei, wies die Vorwürfe zurück. Die Konzertabsage sei allein vom Künstler beziehungsweise seinem Management getroffen worden. Es habe zu keinem Zeitpunkt polizeiliche Maßnahmen gegeben, noch seien solche geplant gewesen.

Mittlerweile ist klar, dass die Ausweichlocation viel zu klein war. So hat der VIP-Club in der Münchner Innenstadt nur Platz für 200 bis 300 Personen. Für das Ursprungskonzert im Backstage waren aber 1.200 Tickets verkauft worden.

Die Polizei will die Vorfälle rund um die Konzertabsagen nun genauer prüfen. Es werden Aussagen und Videos des Musikers untersucht, wie Polizeisprecher Riehlein dem BR bestätigte. Falls strafbare Handlungen vorlägen, werde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Derzeit sehe es aber nicht danach aus, dass der Rapper mit Konsequenzen zu rechnen habe.

© BR

Polizeisprecher Riehlein zu Kollegahs Vorwürfen und wie es jetzt weiter geht

Eklat um Kollegah beim Echo 2018

Die Songtexte Kollegahs sind hochumstritten. Beim Musikpreis Echo wurden er und Rapper Farid Bang 2018 nominiert und ausgezeichnet, obwohl Kritiker in den Liedern eine gewaltverherrlichende, frauenfeindliche und antisemitische Haltung sahen. Die Verleihung sorgte für einen Eklat, viele Künstler gaben ihre Auszeichnung zurück, der Echo wurde letztlich abgeschafft.

Anfang November wurde im baden-württembergischen Rastatt ein Auftritt Kollegahs abgesagt. Der Gemeinderat stufte das Konzert am Gedenktag an die Reichspogromnacht als bedenklich ein.