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Münchner OB Reiter: Nockherberg für alle oder gar nicht | BR24

© Tobias Hase - picture alliance/dpa

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und seine Frau Petra beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg 2019.

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Münchner OB Reiter: Nockherberg für alle oder gar nicht

Eine mögliche Nockherberg-Absage sorgt für Aufregung. Münchens Oberbürgermeister kritisiert den Freistaat: Dass die Proben vor Publikum stattfinden sollen, aber man Politikern empfehle, der Veranstaltung fernzubleiben, könne er nicht verstehen.

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Von
  • Christine Kerler
  • BR24 Redaktion

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) kann die Haltung des Freistaats bezüglich der Austragung der diesjährigen Nockherberg-Aufführung nicht nachvollziehen. Wie er erfahren habe, solle die Vorprobe und die Generalprobe für das Singspiel am Nockherberg wie geplant jeweils vor Publikum stattfinden, erklärte Reiter in einer Pressemitteilung. Von Seiten des Freistaates sei den Politikern und anderen geladenen Gästen hingegen nahegelegt worden, nicht teilzunehmen. Es sei nicht verständlich, wieso dann jedoch die Proben jeweils vor Publikum ablaufen sollen, betont Reiter:

"Diese Differenzierung finde ich weder aus gesundheitlichen Erwägungen logisch, noch politisch in irgendeiner Weise akzeptabel. Ich gehe daher davon aus, dass wenn die Veranstaltung nicht insgesamt, also auch die Proben – jedenfalls vor Publikum - abgesagt wird, auch das Politiker-Derblecken in Anwesenheit der Betroffenen stattfinden wird." Dieter Reiter, Münchner Oberbürgermeister

Eine Unterscheidung zwischen "normalem" Publikum und Politikerinnen und Politikern werde er nicht mitttragen, sagte Reiter.

Ministerium: Empfehlung gilt für alle

Das bayerische Gesundheitsministerium weist darauf hin, dass sich die Empfehlung von Bayerns Coronavirus-Krisenstab für eine Absage an den Starkbieranstich am Nockherberg nicht nur an Politiker richtet. Ein Ministeriumssprecher erklärte:

"Der Krisenstab ist der Ansicht, dass die geplante Nockherberg-Veranstaltung zahlreiche Coronavirus-Infektionsrisiken beinhaltet. Deshalb ist es ein Gebot der Vernunft, dass der Starkbieranstich von den Veranstaltern abgesagt oder verschoben wird."

Auch öffentliche Proben mit Publikum solle es nicht geben. Diese Empfehlung sei auch an das zuständige Referat für Gesundheit und Umwelt der Stadt München weitergeleitet worden. Im Übrigen würden derzeit auch andere Veranstaltungen in Bayern von den Verantwortlichen vor Ort wegen der Coronavirus-Risiken abgesagt, so der Ministeriumssprecher weiter. Zuvor hatte bereits Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) die Empfehlung des Coronavirus-Krisenstabs für eine Absage des Starkbieranstichs verteidigt. "Der Schutz der Bevölkerung hat für uns oberste Priorität." Sie hoffe jetzt auf die Vernunft des Veranstalters.

Paulaner will Singspiel und Fastenpredigt zur Aufführung bringen

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit habe zum Schutz vor dem Coronavirus allen Politikern empfohlen, die Veranstaltung am Mittwoch, den 11. März nicht zu besuchen, erklärte der Chef der Paulaner-Brauerei, Andreas Steinfatt, am Freitag. Steinfatt hatte auch angekündigt, er werde sich dafür einsetzen, dass es eine alternative Lösung geben werde, damit die Arbeit der Beteiligten nicht umsonst gewesen sei.

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