BR24 Logo
BR24 Logo
Kommunalwahlen

Münchner Nahverkehr: Das bedeutet die Tarifreform für die Kunden | BR24

© BR/Anton Rauch

Die seit Jahren geplante Tarifreform beim Münchner Verkehrsverbund MVV ist mit dem heutigen Fahrplanwechsel in Kraft getreten. Von der Neueinteilung der Zonen sollen Vielfahrer und Pendler durch teilweise erheblich günstigere Tickets profitieren.

4
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Münchner Nahverkehr: Das bedeutet die Tarifreform für die Kunden

Mit dem Fahrplanwechsel trat im Münchner Verkehrsverbund die lang erwartete Tarifreform in Kraft. Der Verkehrsverbund verspricht: Einfacher und günstiger soll es für die Fahrgäste werden.

4
Per Mail sharen
Teilen

Die seit gut vier Jahren geplante Tarifreform beim Münchner Verkehrsverbund (MVV) ist mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag in Kraft getreten. MVV-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch sprach von einer "kleinen Revolution," die den Nahverkehr einfacher und günstiger mache.

Eine Zone statt vieler Ringe - für viele wird es außerdem günstiger

Von der Neueinteilung der Zonen profitieren vor allem Vielfahrer und Pendler durch teilweise erheblich günstigere Tickets und durch einen größeren Geltungsbereich für ihre Fahrkarten. So gibt es jetzt eine große München-Zone, die sich deutlich über das Stadtgebiet hinaus erstreckt.

Für manche wird S-Bahnfahren aber auch teurer

Etwa 2.000 der 350.000 Abokunden bezahlen allerdings nach dem neuen Tarif mehr, beispielsweise in Landkreisgemeinden wie Ismaning oder Heimstetten. Für Fahrgäste von dort bedeutet die Tarifreform künftig einen Mehraufwand: Wer in den Tarifzonen 1 und 2 wohnt und nur den Außenbereich des Liniennetzes mit einer Zeitfahrkarte nutzt, der erhält künftig die München-Zone mit dazu, ob er will oder nicht, weil die Masse der Pendler in den Tarifregionen 1 und 2 eher Richtung Innenstadt orientiert ist. Pendler, die in diesen Bereichen wohnen, aber stadtauswärts pendeln, müssen dadurch draufzahlen. Allerdings können sie eine finanzielle Rückerstattung beantragen. Auch Einzelfahrkarten sind durch die Tarifreform nicht günstiger geworden.

Münchens Oberbürgermeister: Millionen Kunden fahren besser

Bei der Feier im Kundencenter der Münchner Verkehrsgesellschaft am Marienplatz gestern Nachmittag sagte der Bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU), jetzt gelte es, "mit der Infrastruktur nachzuziehen, etwa mit der zweiten Stammstrecke". Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sprach davon, dass Millionen Kunden nach der Reform besser fahren würden und nur "ganz wenige wirklich draufzahlen". Der Einstieg des Freistaats in die Finanzierung des Betriebs sei der richtige Weg. Insgesamt bezahlen die Gesellschafter - Freistaat, Stadt und Landkreise - 70 Millionen Euro, um die Verluste auszugleichen durch günstigere Tickets. Die Hälfte davon übernimmt der Freistaat.

Pro Bahn: Reform geht "in die richtige Richtung", aber nicht ausreichend

Der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß sprach von einer "großen Bescherung" neun Tage vor Weihnachten. Bei der Feier wurde anschließend eine 200 Kilogramm schwere flache Cremetorte verteilt, auf der das Münchner MVV-Gesamtnetz mit der neuen Einteilung abgebildet war. Auch von Fahrgastverbänden kommt Lob für die Reform: Sie sei ein Schritt in die richtige Richtung aber längst nicht ausreichend, sagt etwa Pro Bahn.

© BR Bild

Mit dem neuen Fahrplan tritt auch die lange erwartete MVV-Tarifreform in Kraft. Es soll für die Fahrgäste einfacher und günstiger werden.