| BR24

 
 
© picture alliance/Marcus Brandt/dpa

Symbolbild einer Steckdose

Der umstrittene bayerische Strom- und Gasanbieter BEV Energie ist pleite. Das Unternehmen hat beim Münchner Amtsgericht Insolvenzantrag gestellt.

Kunden werden nicht mehr von der BEV mit Strom und Gas beliefert. Allerdings springt jetzt der sogenannte Grundversorger der jeweiligen Region ein. So heißt es auf der Insolvenzwebseite des Unternehmens.

Die grundsätzliche Versorgung aller Kunden ist damit gesichert - allerdings zu neuen Tarifen. Offen ist allerdings noch, auf welchen Forderungen die Kunden sitzen bleiben werden.

Kunden mussten im BEV-Fall keine Vorauszahlungen leisten

Im Gegensatz zu anderen Pleiten der letzten Zeit hat das Unternehmen nicht mit Vorauszahlungen gearbeitet. Im Feuer stehen damit nur möglicherweise zu hohe Monatsabschläge nach teils ungerechtfertigten Preiserhöhungen und noch nicht ausbezahlte Boni für den Abschluss von Versorgungsverträgen.

Kunden, die also ein Guthaben bei der BEV haben, können dieses nur im Rahmen des normalen Insolvenzverfahrens als Forderung anmelden. Laut Insolvenzverwalter ist das derzeit aber noch nicht möglich.

BEV-Lockmodell war schon lange in der Kritik

Der 2013 gegründete Versorger, der eigentlich nur ein Händler ist, hat schon länger Ärger. Kunden wurden mit sehr niedrigen Tarifen und hohen Boni angelockt - später wurden dann drastisch die Preise erhöht.

Auch die Bundesnetzagentur und der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hatten sich deshalb schon mit der BEV beschäftigt. Recherchen der "Wirtschaftswoche" zufolge sollen Ende 2018 rund 250.000 unbeantwortete Kundenzuschriften vorgelegen haben.

Insolvenzverwalter verweigert Antworten auf Einzelanfragen

Unter anderem wegen der hohen Zahl der Betroffenen sieht sich der Insolvenzverwalter nicht in der Lage, Einzelfragen zum Verfahren zu beantworten, wie es auf der Insolvenzwebseite heißt. Fragen der Kunden zu ihren Abrechnungen würden aber über die bisherige Service-Hotline beantwortet.