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Münchner Corona-Demo überwiegend friedlich - Räumung am Rande | BR24

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In vielen Städten in Bayern haben die Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. In München versammelten sich 1.000 Demonstranten auf der Theresienwiese. In Augsburg kamen 500 Menschen auf das Plärrer-Gelände. In Nürnberg waren es 550.

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Münchner Corona-Demo überwiegend friedlich - Räumung am Rande

Die Proteste gegen die Corona-Regeln in Bayern sind weitgehend ruhig verlaufen. Das Demo-Gelände in München war schnell voll, die Polizei musste einige Personen am Rande der Theresienwiese wegtragen. Auch in den anderen Städten gab es wenig Probleme.

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In mehreren Städten in Bayern haben Menschen wieder gegen die Corona-Auflagen protestiert. Die Demonstration auf der Münchner Theresienwiese verlief nach Polizeieinschätzung weitgehend friedlich und ohne Störung.

Die maximal zugelassene Teilnehmerzahl von 1.000 wurde gegen 14.30 Uhr und damit eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung erreicht. Die Polizei ließ keine weiteren Personen mehr in den für die Demonstration abgesperrten Bereich.

Über Lautsprecher forderten Polizisten die Menschen auf, nach Hause zu gehen und schickten die Wartenden von der Theresienwiese. Hunderte säumten daraufhin die Bürgersteige entlang der Fläche, auf der sonst im Herbst das Oktoberfest gefeiert wird.

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Rund 2.500 Menschen standen um die Theresienwiese herum. Die Polizei musste einige von ihnen vorübergehend festnehmen, weil sie den Platz nicht räumen wollten. Auch der Verfassungsschutz interessierte sich für die Demonstration.

200 Menschen vorübergehend in Gewahrsam genommen

Viele derer, die nicht auf das abgesperrte Versammlungsgelände gelassen wurden, hielten sich nicht an die geltenden Regeln zu Mindestabstand oder Mund- sowie Nasenschutz und ignorierten die Lautsprecherdurchsagen. Die Polizei räumte daraufhin die Gegend um die Theresienwiese. "Unmittelbarer Zwang", so ein Polizeisprecher, musste nicht angewendet werden, weder seien Reizgas noch Schlagstöcke eingesetzt worden, um Personen abzudrängen. Nur vereinzelt ließen sich Personen von der Polizei davontragen.

Mehr als 200 Personen, die nicht gehen wollten, seien kurzfristig zur Feststellung ihrer Identitäten in Gewahrsam genommen worden. Es gab zudem 20 Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz, wie der Polizeisprecher sagte.

Rednerin will mit 10.000 Demonstranten zurückkommen

Die Polizei war wie angekündigt mit einem Großaufgebot vor Ort - zu Fuß und auf Pferden. Sie ordnete die Demonstranten überwiegend dem bürgerlichen Spektrum zu. Es seien aber auch Kleingruppen von Links- und Rechtsextremen gesehen worden, hieß es.

Viele Teilnehmer der Demo warfen Politik und Presse Panikmache vor und betonten, dass sie nicht bevormundet werden wollten. Auf Transparenten waren Slogans wie "Freiheit statt Zwang", "Alle Masken runter" oder "Stoppt die Corona-Diktatur" zu lesen. Auch Impfgegner waren unter den Demonstranten, wie auf den Plakaten zu erkennen war.

Eine Rednerin kündigte an, "nächste Woche hier mit 10.000 Menschen stehen" zu wollen. Die Veranstalter hatten ursprünglich eine Demonstration mit 10.000 Teilnehmern auf dem Münchner Marienplatz angemeldet. Dass hatte ihnen die Stadt verwehrt und angeordnet, dass die Versammlung mit maximal 1.000 Teilnehmern in einem klar gekennzeichneten Bereich auf der Theresienwiese stattfinden kann.

Obergrenze auch bei Corona-Demo in Nürnberg erreicht

Bei einer Kundgebung an der Meistersingerhalle in Nürnberg hat die Stadt eine maximale Teilnehmerzahl von 500 zur Auflage gemacht. So viele Demonstranten versammelten sich dort bereit bis etwa 14.45 Uhr und damit eine Dreiviertelstunde vor dem geplanten Beginn der Veranstaltung. Auch hier wies die Polizei Demonstranten ab. Die Teilnehmer reagierten mit "Buh"-Rufen auf Durchsagen der Polizei zum Einlassstopp und die Aufforderung zur Einhaltung des Mindestabstands.

Bei den Demonstranten handelte es sich um Kritiker der Corona-Maßnahmen, deren politische Agenda größtenteils auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. Darunter befanden sich BR-Recherchen zufolge auch Verschwörungstheoretiker, Impfgegner, Corona-Leugner und Rechtsextreme.

Bei einer anderen Kundgebung an der Wöhrder Wiese in Nürnberg versammelten sich rund 200 Menschen. Um das abgesperrte Gelände herum zählte die Polizei 400 weitere Menschen. Die Polizei spricht insgesamt von einem ruhigen Versammlungsgeschehen aller Kundgebungen in Nürnberg. Zehn Platzverweise wurden demnach ausgesprochen, Festnahmen gab es keine.

500 Menschen bei Corona-Demo in Augsburg

Ohne Zwischenfälle ging die Corona-Demonstration in Augsburg zu Ende. Wie die Polizei dem BR am späten Nachmittag sagte, haben sich rund 500 Menschen beteiligt. Diese Zahl war von den Behörden genehmigt worden. Die Teilnehmer hätten sich an die Auflagen gehalten und beispielsweise den Mindestabstand von 1,5 Metern im Großen und Ganzen eingehalten. Die Veranstalter hätten immer wieder darauf hingewiesen, dass Mund und Nase zu bedecken seien. Lediglich auf dem Hinweg zur Demonstration hatte die Polizei mehrere Menschen gestoppt, die in einer größeren Gruppe zur Kundgebung wollten. Man habe ihnen klargemacht, dass Gruppenbildungen nicht geduldet würden.

Ruhige Demonstrationsverläufe in der Oberpfalz und Niederbayern

Auch in Niederbayern und der Oberpfalz sind Demonstrationen gegen die Corona-Einschränkungen friedlich verlaufen. In Regensburg kamen laut Polizeiangaben rund 250 Menschen zusammen, um die Pandemie-Maßnahmen zu kritisieren. Laut einem Polizeisprecher vor Ort sei es nur vereinzelt zu verbalen Auseinandersetzungen gekommen. Ansonsten seien Abstände weitgehend eingehalten worden. Bei zwei Gegendemonstrationen waren ein paar Dutzend Menschen anwesend.

In Amberg gingen laut der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz rund 30 Menschen auf die Straße, in Weiden knappe 50. Auch hier stellt die Polizei einen friedlichen Verlauf fest. In Niederbayern fanden Demonstrationen in Passau und Landshut statt. In Landshut zählte die Polizei rund 150 Teilnehmer, in Passau 270. Auch hier wurden keine Probleme festgestellt. "Die Leute waren vernünftig", sagte ein Sprecher der Einsatzzentrale der Polizei.

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