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Münchner Polizei wehrt sich gegen Kollegah-Schelte | BR24

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Der umstrittene Deutsch-Rapper Kollegah tritt am Samstag nicht in München auf – erst sagte der Veranstaltungsort ab, dann passten die Umstände nicht. Der Musiker macht am Ende die Stadt und die Münchner Polizei für die Konzertabsage verantwortlich.

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Münchner Polizei wehrt sich gegen Kollegah-Schelte

Konzert erneut abgesagt: Der umstrittene Deutsch-Rapper Kollegah tritt nicht in München auf - auch nicht in einer Ausweich-Location. Der Musiker macht die Münchner Polizei dafür verantwortlich. Diese wehrt sich gegen die Vorwürfe.

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Ursprünglich war das Konzert von Felix Blume, wie der Hip-Hopper mit bürgerlichem Namen heißt, für den Samstagabend im Münchner Backstage geplant. Doch kurzfristig zog der Veranstalter die Reißleine: Die Schwere der Vorwürfe gegenüber dem Künstler und sein Umgang damit hätten zur Entscheidung geführt, das Konzert zu streichen, hieß es.

Kollegah wird unter anderem Antisemitismus, Homophobie und Frauenfeindlichkeit vorgeworfen.

Polizei weist Vorwurf von Kollegah zurück

Als Ausweich-Location organisierte der Rapper den VIP Club in der Münchner Innenstadt. Die 1.200 verkauften Tickets sollten ihre Gültigkeit behalten. Am Samstagmittag teilte Kollegah auf seinem Instagram-Account dann aber mit, dass er auch im VIP Club nicht auftreten werde. Die Schuld dafür gibt er der Stadt und speziell der Münchner Polizei. Sie hätten damit gedroht, gegen sein Konzert vorzugehen.

In seiner Botschaft spricht Kollegah von einem Sondereinsatzkommando, das sein Konzert habe stürmen sollen. Diesen Vorwurf wies ein Sprecher der Münchner Polizei im Gespräch mit dem BR entschieden zurück. Es habe keinerlei Drohungen gegeben. Der Vorwurf, ein Sondereinsatzkommando solle das Konzert stürmen, sei falsch. Letztlich habe der Rapper das Konzert selbst abgesagt und suche jetzt Schuldige.

Insider vermuten als tatsächlichen Grund für die Absage, dass der VIP Club für ein Konzert mit 1.200 Gästen nicht geeignet ist.

Eklat um Kollegah beim Echo 2018

Die Songtexte Kollegahs sind hochumstritten. Beim Musikpreis Echo wurden er und Rapper Farid Bang 2018 nominiert und ausgezeichnet, obwohl Kritiker in den Liedern eine gewaltverherrlichende, frauenfeindliche und antisemitische Haltung sahen. Die Verleihung sorgte für einen Eklat, viele Künstler gaben ihre Auszeichnung zurück, der Echo wurde letztlich abgeschafft.

Anfang November wurde im baden-württembergischen Rastatt ein Auftritt Kollegahs abgesagt. Der Gemeinderat stufte das Konzert am Gedenktag an die Reichspogromnacht als bedenklich ein.