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München zieht Notbremse: Schärfere Corona-Regeln gelten | BR24

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Bildrechte: CHROMORANGE / Antonio Gravante

In der Landeshauptstadt München gelten ab sofort wieder schärfere Corona-Bestimmungen.

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München zieht Notbremse: Schärfere Corona-Regeln gelten

In der Landeshauptstadt München gelten ab sofort wieder schärfere Corona-Bestimmungen. Geschäfte machen größtenteils dicht, private Treffen werden auf den eigenen Hausstand und eine weitere Person beschränkt, nachts gilt wieder eine Ausgangssperre.

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Von
  • Manuel Rauch
  • Ursula Trischler

Drei Tage in Folge lag die 7-Tage-Inzidenz in der Stadt München kurz vor Ostern über dem Wert von 100 - am Karfreitag bei 104,3. Damit greift in der Landeshauptstadt nun die sogenannte Corona-Notbremse. Die seit dem 8. März und somit gerade mal einen Monat lang geltenden Lockerungen sind außer Kraft gesetzt. Seit Sonntagnacht gelten wieder schärfere Corona-Bestimmungen, auch wenn der Inzidenzwert inzwischen wieder leicht gesunken ist.

Inzidenz inzwischen wieder unter 100

Am Ostersonntag meldet das RKI mit 94,5 schon den zweiten Tag in Folge wieder einen Wert unter 100. Doch erst wenn die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 liegt, kann die Stadt wieder lockern. Das heißt konkret: Sollte das RKI auch am Ostermontag für München eine 7-Tage-Inzidenz unter 100 melden, würden schon ab Mittwoch wieder Lockerungen eintreten. Das RKI weist jedoch darauf hin, dass rund um die Osterfeiertage weniger getestet werde und folglich auch weniger Infektionen an die Gesundheitsämter gemeldet werden.

Handelsverband Bayern: "Katastrophe" für Münchner Einzelhändler

Bernd Ohlmann, Sprecher des Handelsverbands Bayern in München, spricht angesichts des Lockdowns von einer "Katastrophe" für die Münchner Einzelhändler. Am Karsamstag hätten zwar noch einige Münchnerinnen und Münchner die letzte Möglichkeit zum Einkaufen mit Click & Meet genutzt. Im Vergleich zu einem normalen Karsamstag sei die Fußgängerzone aber wie leergefegt. "Karsamstag ist normalerweise Rambazamba in der Innenstadt", so Ohlmann. Für den Lebensmittelhandel sei es am Samstag unterdessen umso besser gelaufen. Wenn Restaurants und Biergärten geschlossen haben, kochen die meisten an Ostern eben zu Hause.

Oberbürgermeister Dieter Reiter: "Es ist bitter"

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter sagte in der städtischen Mitteilung zur Notbremse: "Es war absehbar, aber es ist bitter, dass wir jetzt ausgerechnet zu Ostern die 100er-Marke gerissen haben und damit ab Sonntag wieder verschärfte Maßnahmen greifen. Ich wünsche allen Münchnerinnen und Münchnern auch für dieses zweite Ostern in der Pandemie trotz allem erholsame Feiertage". Amtlich bekannt gemacht hatte die Stadt die Notbremse am Karfreitag.

Die neuen Regeln im Überblick

  • Private Zusammenkünfte sind in München wieder nur mehr möglich für die Angehörigen des eigenen Hausstands und einer weiteren Person (Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet).
  • Zwischen 22 Uhr und 5 Uhr gilt wieder eine Ausgangssperre.
  • Ladengeschäfte mit Kundenverkehr machen überwiegend dicht.
  • Kultur- und Freizeiteinrichtungen schließen.

Ruhiges Osterfest: Kultur- und Freizeiteinrichtungen schließen

Das wird ein ruhiges Osterfest für die Tiere im Tierpark Hellabrunn. Denn alle Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen ebenfalls schließen. Von dem erneuten Lockdown betroffen sind also wieder die Museen, Galerien, zoologische und botanische Gärten sowie Gedenkstätten.

Büchereien, Archive und Bibliotheken können mit Hygienekonzept und Kundenzahlbegrenzung weiter geöffnet bleiben. Unter Beachtung der Kontaktbeschränkungen ist nur kontaktfreier Sport erlaubt; die Ausübung von Mannschaftssport ist untersagt.

Diese Geschäfte haben trotz Notbremse weiterhin offen

Wie der Bayerische Verwaltungsgerichtshof am Donnerstag entschieden hat, dürfen Schuhgeschäfte in Bayern auch dort weiterhin öffnen, wo die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 liegt, also auch in München. Weiterhin offen haben zudem der Lebensmittelhandel inklusive Direktvermarktung, Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Fahrradwerkstätten, Banken und Sparkassen, Pfandleihhäuser, Filialen des Brief- und Versandhandels, Reinigungen und Waschsalons, Blumenfachgeschäfte, Gartenmärkte, Gärtnereien, Baumschulen, Baumärkte, Verkauf von Presseartikeln, Versicherungsbüros, Buchhandlungen, Tierbedarf und Futtermittel und sonstige für die tägliche Versorgung unverzichtbare Ladengeschäfte sowie der Großhandel.

Für alle anderen gilt: Click & Collect. Vorbestellte Ware kann in Ladengeschäften vor Ort abgeholt werden.

Kitas und Kindergärten bieten nur Notbetreuung

Für Kinderbetreuung und Schulen muss nach der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung bereits am Ende der Vorwoche verbindlich festgelegt werden, welche Inzidenzeinstufung für die kommende Woche gilt. Für die Woche vom 5. bis 11. April musste hier ebenfalls die Inzidenzeinstufung "Über 100" festgelegt werden. Damit sind Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen, Ferientagesbetreuung und organisierte Spielgruppen für Kinder grundsätzlich geschlossen. Es gelten die aktuellen Regeln zur Notbetreuung. Münchens Schulkinder sind kommende Woche von der Notbremse nicht betroffen, weil sie noch in den Osterferien sind.

Die nächste Inzidenzeinstufung für Schulen und Kinderbetreuung, dann gültig für die Woche vom 12. bis 18. April, muss nach der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung am Freitag, 9. April, erfolgen.

München wird keine Modellstadt

Fest steht auch bereits seit vergangener Woche, dass München keine Modellstadt für vorsichtige Corona-Lockerungen wird. Ministerpräsident Markus Söder hatte bekanntgegeben, nach den Osterferien sogenannte Modellregionen einzurichten. Wer dort einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen kann, soll etwa Geschäfte, Restaurants oder Kultur- und Freizeiteinrichtungen besuchen dürfen. Oberbürgermeister Dieter Reiter hatte sich mit der Landeshauptstadt für das Projekt beworben. Doch daraus wird nichts. Nach der jüngsten Festlegung kommen als Modellkommunen nur Städte mit weniger als 100.000 Einwohnern infrage.

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Wenn die Inzidenzwerte drei Tage hintereinander über 100 liegen, dann greift die Notbremse. In München war das von Mittwoch bis Freitag der Fall. Somit gilt von heute an in der Landeshauptstadt eine nächtliche Ausgangssperre.

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