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Pony (Symbolbild)

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    München verbietet Ponyreiten auf der Wiesn

    Tierschützer hatten es schon lange gefordert: Das bei Kindern beliebte Ponyreiten wird es auf Festen und Jahrmärkten in München künftig nicht mehr geben. Ab 2024 ist damit Schluss.

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    Von
    • Birgit Grundner
    • BR24 Redaktion

    Beim Oktoberfest, bei den Auer Dulten und bei sonstigen Jahrmärkten in München soll es künftig kein Ponyreiten mehr geben. Ein entsprechendes Verbot auf städtischen Flächen ab 2024 hat heute der Wirtschaftsausschuss des Stadtrats entschieden. Er folgte damit einem Antrag der grün-roten Koalition.

    Grüne: Ponyreiten im Kreis nicht artgerecht

    Bei entsprechenden Abstimmungen in der Vergangenheit gab es im Stadtrat keine Mehrheit für einen Abschaffung. Julia Post von den Grünen lobt den jetzigen Beschluss als "praktizierten Tierschutz und Abschied von einem antiquierten Bild von Tieren als Konsumgüter". Die Tiere würden unter dem Lärm und Trubel leiden, und das "stundenlange stupide Laufen im Kreis ist außerdem nicht artgerecht und führt langfristig zu gesundheitlichen Schäden bei den Ponys", so Post.

    CSU: Verbesserungen beim Tierschutz erreicht

    CSU, FDP, Bayernpartei und ÖDP/Freie Wähler hatten gegen das Verbot gestimmt. Wirtschaftsreferent und Wiesnchef Clemens Baumgärtner von der CSU plädierte dafür, das Ponyreiten weiter zu gestatten. Die Einhaltung des Tierschutzes werde von der Stadt streng kontrolliert. Das städtische Veterinäramt betreue die Veranstaltungen engmaschig. Auch sei das Ponyreiten für viele Stadtkinder eine der wenigen Möglichkeiten, direkten Kontakt zu Tieren zu haben. Mit dem Verbot würden zudem die Existenzen der Betreiber des Ponyreitens zerstört. "Womit sie ab 2024 ihr Geld verdienen sollen und was dann mit den Tieren passiert, ist völlig unklar", so CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl.

    Tierschützer hoffen auf Signalwirkung für andere Städte

    Tierschützer fordern schon lange ein Verbot und begrüßten den Beschluss. "Die Entscheidung, Ponykarussells in München in die Geschichtsbücher zu verbannen, hat große Symbolkraft. Auf dem Oktoberfest, dem größten Volksfest der Welt, darf man Ponys ab 2024 nicht mehr wie Maschinen stundenlang im Kreis laufen lassen", sagte Peter Höffken, Fachreferent bei der Organisation Peta. "Die Städte, die diese vermeintliche "Attraktion" noch erlauben, werden nun hoffentlich ebenfalls umdenken."

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