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München und Nürnberg in Top 10 bei Stau-Wartezeiten | BR24

© dpa/pa

Stau in der Innenstadt

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    München und Nürnberg in Top 10 bei Stau-Wartezeiten

    Stauhauptstadt ist mit 154 Stunden Berlin, doch auch in Nürnberg stehen die Autofahrer im Durchschnitt 107 Stunden ihres Lebens im Stau. Im Vergleich: In München sind es 140 Stunden Lebenszeit.

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    Eine Studie des US-Verkehrsdatenanbieters INRIX hat bundesweit untersucht, wie viele Stunden im Leben ein Autofahrer in welcher Stadt im Stau steht. Stauhauptstadt ist Berlin mit 154 Stunden, gefolgt von München mit 140 Stunden.

    Elf Prozent weniger Stauzeit in Nürnberg

    Bemerkenswert sind demnach aus Bayerischer Sicht die Zahlen für Nürnberg: In der Frankenmetropole mussten Autofahrer zwar im Schnitt 107 Stunden einbüßen – das ist aber ein Rückgang von 11 Prozent im Vergleich zu 2017. Frank Jülich vom Verkehrsplanungsamt der Stadt Nürnberg beurteilt diese Zahlen vorsichtig.

    "Bei solchen Auswertungen müsse vor allem zwischen den einzelnen Bereichen der Stadt unterschieden werden." Frank Jülich, Verkehrsplanungsamt Stadt Nürnberg

    Verkehr auf Frankenschnellweg nimmt rasant zu

    Eigene Untersuchungen der Stadt Nürnberg haben beispielsweise ergeben, dass die Zahl der Autos in der historischen Altstadt von 1991 bis 2018 von etwa 118 000 auf 74000 täglich zurückgegangen sei. Demgegenüber sei die Autobahn A73, der sogenannte „Frankenschnellweg“, im Nürnberger Stadtbereich aber immer noch zu 130 Prozent überlastet. So habe es zwar eine Zunahme der Mobilität in Nürnberg gegeben, nicht aber mehr Autoverkehr, so Jülich: „Es heißt: wer Straßen baut, wird Verkehr ernten. Das Gegenteil ist aber auch möglich“.

    Die Stadt Nürnberg sehe die Ergebnisse der INRIX-Erhebung aber als Ansporn: Man habe in den vergangenen Jahren das Angebot an Alternativen zum Auto kontinuierlich verbessert – dazu zählen Fahrradwege ebenso wie Car-Sharing oder der Ausbau des öffentlichen Personen-Nahverkehrs. Auch der Verkehrsforscher Klaus Bogenberger von der Universität der Bundeswehr in München rät dazu, diesen Zahlen nicht zu viel Gewicht zu geben. Unternehmen wie INRIX seien vor allem Datensammler.

    Studie mit Vorsicht zu genießen

    Das Problem bei dieser Art Studien sei aber die mangelnde Analyse der Daten: „Niemand sitzt da, schaut sich die Ergebnisse an und interpretiert sie", so Bogenberger. Allerdings erkennt Bogenberger, dass Kommunen das Problem erkannt hätten: Anders als noch etwa vor zehn Jahren haben viele Städte in Deutschland eine langfristige Agenda zur Staureduzierung entwickelt und die entsprechenden Voraussetzungen für die Weiterentwicklung der Mobilität geschaffen, so der Verkehrsforscher.

    "Platz 6 der Stauhochburgen bedeutet einen wirtschaftlichen Schaden für die Stadt, der so noch gar nicht beziffert ist. Die täglichen Staus kosten die Nürnbergerinnen und Nürnberger nicht nur Nerven und erheblichen Zeitverlust, sondern steigern natürlich auch noch die Umweltbelastung. Der Stadtrat aus SPD und CSU sollte endlich dagegen steuern und wegweisende verkehrspolitische Konzepte vorlegen, denn diese Probleme lösen sich nicht von allein.“ Katja Hessel, MdB FDP

    INRIX wertet jährlich weltweit Daten zum Straßenverkehr von Großstädten aus und nutzt Zahlen etwa von Autoherstellern, Verkehrsbehörden, aber auch Navigationssystemen und Online-Diensten.