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München prüft Alkoholverbot auf der Theresienwiese wegen Corona | BR24

© dpa

Bierkrug und Polizeischild auf dem Oktoberfest

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    München prüft Alkoholverbot auf der Theresienwiese wegen Corona

    Eigentlich wäre am Samstag die Wiesn eröffnet worden. Jetzt fürchtet die Stadt, dass trotzdem Leute auf dem Festplatz Party machen wollen und prüft deshalb ein Alkoholverbot. Die CSU fordert für Samstag sogar ein Betretungsverbot.

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    Normalerweise fließt Ende September beim Oktoberfest das Bier in Strömen - jetzt könnte es ausgerechnet auf der Theresienwiese ein Alkoholverbot geben. Man prüfe derzeit, ob eine entsprechende Regelung für den Samstag erlassen werde, so Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag.

    Leute wollen auf der Theresienwiese Party machen

    Eigentlich wäre am Samstag die Wiesn eröffnet worden, wegen Corona wurde aber alles abgesagt. Die Stadt fürchtet aber nun, dass der Festplatz dennoch zur Party-Location werden könne: "Viele haben sich schon in diversen Social-Media-Gruppen dort zum Feiern verabredet", so Reiter. Doch gerade unter Alkoholeinfluss würden Abstände nicht mehr eingehalten. "Ich will vermeiden, dass die Wiesn-Partys dort zum neuen Corona-Hotspot werden."

    CSU fordert Betretungsverbot

    Unterdessen hat die Rathaus CSU für den kommenden Samstag gleich ein Betretungsverbot für die Theresienwiese gefordert. Das geht aus einer Pressemitteilung der Fraktion hervor. Die Münchner CSU sieht ein Betretungsverbot als das zielführendere Mittel an, um feiernde Menschen von der Theresienwiese fern zu halten.

    Alkoholverbot an Hotspots hat sich bewährt

    An fünf beliebten Plätzen in München darf abhängig von den Ansteckungszahlen nachts kein Alkohol mehr verkauft und getrunken werden. Das Ziel: Die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Die Bilanz nach dem ersten Wochenende mit der neuen Regelung: positiv. Es habe keine Anzeigen gegeben, dieses Zwischenergebnis teilte die Münchener Polizei auf Anfrage mit.

    Als Hotspot für nächtliche Treffen unter freiem Himmel gilt demnach beispielsweise der Gärtnerplatz, wo es laut Polizei weder am Freitagabend noch am Samstagabend Beanstandungen gab. Auch rund um die Reichenbachbrücke an der Isar oder an der Gerner Brücke am Nymphenburger Kanal verliefen die Nächte ruhig. Lediglich am Wedekindplatz in Schwabing hatte die Polizei am Freitagabend nach 23 Uhr einen Einsatz wegen Ruhestörung, in dessen Zusammenhang auf das Alkoholverbot nach 23 Uhr hingewiesen wurde. Die circa 30 Feiernden zeigten sich einsichtig und entfernten sich.

    Coronawarnwert in München sinkt

    Bei den Corona-Zahlen zeigt sich Reiter vorsichtig optimistisch. So sei der Inzidenzwert von rund 46 auf 39,62 am Montag gesunken. Die Zahl gibt über einen Zeitraum von 7 Tagen an, wie viele Menschen sich pro 100 000 Einwohner infiziert haben. Ab einem Wert von 50 könnten zur Eindämmung des Virus weitere Einschränkungen drohen.

    Schul- und Kitabetrieb soll aufrecht erhalten werden

    In München soll es aber keinen Automatismus für Maßnahmen geben. "Das heißt auch, dass Kindergärten und Schulen nicht automatisch geschlossen werden oder in den Blockunterricht wechseln müssen", so Reiter. Man werde vielmehr versuchen, den Schul- und Kitabetrieb so weit wie möglich aufrecht zu erhalten.

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