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München plant Initiative gegen Pappbecher | BR24

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reCup- Becher

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    München plant Initiative gegen Pappbecher

    Im Kampf gegen die Müllflut durch Coffee-to-go Becher wird München kreativ. Mit einer Aktion will die Stadt die "Problem-Becher" demnächst aus der Innenstadt verbannen. Von Talita Grethel

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    München hat ein Müllproblem. Im Sekundentakt hinterlässt der allseits beliebte Coffee-to-go seine Spuren: Überquellende Abfalleimer verschmutzen das Stadtbild, leere Pappbecher verwüsten die Straßen der Landeshauptstadt.

    Was Umweltschützer in Bayern schon lange in den Wahnsinn treibt, macht sich auch deutschlandweit in erschreckenden Zahlen bemerkbar: Knapp drei Milliarden Becher werden jährlich weggeworfen – das sind 7,7 Millionen Becher am Tag, 320.000 pro Stunde. Das Einwegprodukt, das die moderne Wegwerfgesellschaft wie kein anderes symbolisiert, hat eine Lebenszeit von nur 15 Minuten. Zum Vergleich: Die Nutzungsdauer einer Plastiktüte beträgt 25 Minuten.

    Kampagne soll zumindest Bewusstsein schaffen

    Wenn es nach dem Münchner Kommunalreferenten Axel Markwardt geht, haben die Pappbecher bald ausgedient. Das Kommunalreferat fordert ein Ende der Becherverschwendung. Der Kommunalausschuss entscheidet heute über eine umfangreiche Werbekampagne für recycelbare Mehrwegbecher. Gemeinsam mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM), dem größten kommunalen Entsorgungsbetrieb Deutschlands, hofft die Stadt, die Bevölkerung hierfür zu sensibilisieren.

    Die Stadt möchte auch eine große Radio- sowie Online-Kampagne starten, um noch mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Aus Sicht der Initiative unterschätzen viele Menschen das Problem, denn die kleinen Becher lassen sich nicht so einfach wie gedacht entsorgen. Was viele nicht wissen: Leere Kaffeebecher gehören nicht in den Papiermüll, sondern in die Restmülltonne. Grund dafür ist die spezielle Wachsbeschichtung und der hohe Kunststoffanteil. Den Becher in seine Einzelteile zu trennen, ist dann meist zu aufwändig.

    Kein Kaffee ist auch keine Lösung

    Eine mögliche Alternative könnte ein Pfandsystem für Becher sein, wie vom Rosenheimer Startup "reCup" entwickelt. Der wiederverwendbare Becher soll flächendeckend in Cafés angeboten werden. Für einen Kaffee im reCup zahlt man einen Euro Pfand. Der leere Becher kann dann in allen Partnercafés abgegeben werden.

    Die Kampagne der Stadt München soll bei Genehmigung über zwei Jahre fortgesetzt werden. Die städtischen Einrichtungen wollen als Vorbild vorangehen und zunächst selbst auf Pappbecher in ihren Kantinen verzichten, damit München nicht bald zur Müllhalde mutiert.