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München: MVG-Warnstreik am Dienstag - S-Bahn nicht betroffen | BR24

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Wer am Dienstag auf Bus, Straßenbahn oder U-Bahn angewiesen ist, muss sich auf Behinderungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi ruft Fahrer zu Warnstreiks auf.

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München: MVG-Warnstreik am Dienstag - S-Bahn nicht betroffen

Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs in München werden sich morgen darauf einstellen müssen, dass Busse, Tram und U-Bahnen verspätet oder gar nicht fahren. Verdi ruft die MVG-Beschäftigten zum Streik auf - Start ist um 3.30 Uhr zu Betriebsbeginn.

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Bis in die späten Nachmittagsstunden könnte es laut Verdi dauern, bis der öffentliche Nahverkehr in München wieder wie geplant rollt. Der Warnstreik endet um 14.30 Uhr. Zwar kann die Gewerkschaft noch nicht einschätzen, welche Auswirkungen die Aktion konkret haben wird. Doch: Auf den regulären Fahrplan sollte sich keiner verlassen.

Streikursache: Hausinterner Konflikt bei der MVG

Zum Streik aufgerufen sind die Mitarbeiter der Münchner Verkehrsgesellschaft. Rund 1.300 Mitarbeiter sind bei ihr beschäftigt. Neue Kräfte werden seit 2011 dort eingestellt, unter anderem um Personalkosten zu sparen. Laut Verdi verdienen sie deutlich weniger als die Kollegen, die noch bei den Stadtwerken auf der Gehaltsliste stehen. Das sind laut Verdi nur mehr rund 500. Da die einen anderen Tarifvertrag haben, dürfen sie am Warnstreik nicht teilnehmen. Sie könnten also gezielt morgen eingesetzt werden.

Der MVG liegen allerdings keine Informationen vor, wie viele Mitarbeiter dem Aufruf von Verdi folgen werden. Grundsätzlich ist daher von massiven Einschränkungen, Engpässen und Überlastungen auszugehen. Nach Angaben der MVG nutzen täglich rund 1,5 Millionen Menschen U-Bahn, Bus und Tram in München.

Nicht alle Busfahrer streiken, S-Bahnen nicht vom Streik betroffen

Busse, Tram und U-Bahnen werden wahrscheinlich verspätet oder gar nicht fahren. Von den Busfahrern ist nur etwa die Hälfte zu Aktionen aufgerufen. Die anderen fahren für ein privates Omnibusunternehmen im Auftrag der Stadt und können deshalb nicht mitstreiken.

Der gesamte S-Bahn-Verkehr ist nicht betroffen. Sie wird nicht bestreikt, weil es ein eigenes Unternehmen ist. Dort gilt ebenfalls ein anderer Tarifvertrag.

Verdi-Forderung: 200 Euro mehr im Monat

Mit den Aktionen will Verdi erreichen, dass die Münchner Verkehrsgesellschaft jedem Beschäftigten rund 200 Euro mehr im Monat überweist – um die Lücke zu den Altbeschäftigten und auch dem Lohnniveau in anderen kommunalen Verkehrsbetrieben im Freistaat zu schließen.

Einmal hat sich die Gewerkschaft mit den Arbeitgebern schon am Verhandlungstisch getroffen. Die MVG habe ein zweistelliges Lohnplus versprochen– allerdings verteilt auf die nächsten 30 Monate.

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Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs in München werden sich morgen darauf einstellen müssen, dass Busse, Tram und U-Bahnen verspätet oder gar nicht fahren. Nach BR-Informationen ruft Verdi die MVG-Beschäftigten zum Streik auf. Start ist um 3.30 Uhr.

MVG-Chefetage verärgert

Die MVG-Chefetage reagierte verärgert: "Wir haben kein Verständnis für diesen Warnstreik", erklärten die Geschäftsführer Ingo Wortmann und Werner Albrecht. Die MVG betonte, dass sie eine Lohnerhöhung um einen insgesamt zweistelligen Prozentbetrag in mehreren Schritten bis Mai 2021 angeboten habe.

Fahrgastverband: "Unverhältnismäßige Aktion"

Auch der Fahrgastverband Aktion Münchner Fahrgäste warf Verdi eine "unverhältnismäßige" Aktion vor. Man habe Verständnis für die Lohnverhandlungen der Fahrer, man hätte in der aktuellen Situation aber nicht gleich zu einem Komplett-Streik aufrufen müssen, teilte der Fahrgastverband mit.

"Für die Fahrgäste kommt dieser Komplettstreik aus heiterem Himmel und wird die Stadt am Dienstag in hohem Maße lähmen." Stefan Hofmeir, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste