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Trotz Demoverbot: Motorradfahrer sorgen für Chaos in München | BR24

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Eine geplante Motorraddemo in München wurde zwar verboten, dennoch verstopfen Motorräder den Mittleren Ring in der Landeshauptstadt. Sie protestieren gegen geplante Fahrverbote an beliebten Motorradstrecken.

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Trotz Demoverbot: Motorradfahrer sorgen für Chaos in München

Trotz des Verbots einer Demonstration von Motorradfahrern herrscht auf dem Mittleren Ring in München zurzeit Verkehrschaos. Mehrere Tausend Motorradfahrer drehen dort dicht an dicht ihre Runden. Die Polizei muss machtlos zuschauen.

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Sie lassen ihre Motoren röhren. Dicht an dicht drehen Tausende Motorradfahrer ihre Runden auf dem Mittleren Ring. Die Folge - stockender Verkehr und kilometerlange Staus in München seit dem Vormittag.

Autofahrer sollen Mittleren Ring meiden

Gordon Winkel, Sprecher des Polizeipräsidiums München, bittet daher alle Verkehrsteilnehmer, den Mittleren Ring wenn möglich vorerst zu meiden. Zwar sei die Polizei mit zusätzlichem Personal vor Ort - sogar ein Polizeihubschrauber zieht seine Kreise - jedoch könnten die Beamten nicht wirklich eingreifen, so der Sprecher. Schließlich dürfe keinem Motorradfahrer das Befahren des Mittleren Rings verboten werden. Die Beamten würden jedoch kommunikativ auf Biker einwirken, die absichtlich langsamer fahren und somit Staus verursachen.

Motorrad-Demo von der Stadt untersagt

Eigentlich war für Samstagmittag auf dem Mittleren Ring eine offizielle Demonstration gegen geplante Fahrverbote für Motorräder geplant. Doch das Kreisverwaltungsreferat hatte die Veranstaltung mit rund 8.000 gemeldeten Motorradfahrern am Freitag kurzfristig abgesagt - wegen Sicherheitsbedenken. Durch so viele Motorräder könne der Verkehr zum Erliegen kommen, das könne auch für Rettungsfahrzeuge schnell zum Problem werden, so die Begründung der Behörde.

Biker fürchten Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen

Die Proteste richten sich gegen eine Initiative des Bundesrats zur Reduzierung von Motorradlärm. Die Biker fürchten unter anderem Fahrverbote für Motorräder an Sonn- und Feiertagen. Die Länderkammer plädiert dafür, dies aus Lärmschutzgründen leichter zu ermöglichen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sprach sich in der Folge gegen weitere Motorrad-Fahrverbote in Deutschland aus. Fahrer- und Herstellerverbände kritisierten die Vorschläge das Bundesrats als "wirklichkeitsfremd" und "populistisch".

"Lärmemission ist ein grundsätzliches Problem", sagte Gabor Kovacs, Organisator der Demonstration in München. Fahrverbote für einzelne Bevölkerungsschichten seien der verkehrte Weg. Kovacs fordert stattdessen einen Motorradbeauftragten der bayerischen Staatsregierung: "Dann müssten Konflikte zwischen Fahrern und Anwohnern nicht immer auf der lokalen Ebene gelöst werden."

Diese Auseinandersetzungen haben schon in der Vergangenheit zu Fahrverboten für Biker geführt: Stand Ende Februar waren nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Motorradfahrer 157 Strecken in der Nacht, an Sonn- und Feiertagen oder komplett gesperrt.

Aktuelle Teilnehmerzahl unklar

Ob es wirklich 8.000 Biker sind, die gerade am Mittleren Ring ihre Kreise drehen, ist laut Polizei schwer schätzbar. Auf jeden Fall seien es genug, um ein Verkehrschaos auszulösen, heißt es.

Probleme gab es unter anderem im Luise-Kiesselbach-Tunnel. Die Polizei vermutet, dass Motorrad-Abgase die automatische Brand-Sperrung des Tunnels ausgelöst haben. Inzwischen ist der Tunnel wieder offen.

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Trotz des Verbots einer Demonstration von Motorradfahrern herrscht auf dem Mittleren Ring in München zurzeit Verkehrschaos. Mehrere Tausend Motorradfahrer drehen dort dicht an dicht ihre Runden. Die Polizei muss machtlos zuschauen.

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