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München-Kippa als Zeichen für "angstfreies, fröhliches Judentum" | BR24

© dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Terry Swartzberg trägt die von ihm entworfene "München"-Kippa.

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München-Kippa als Zeichen für "angstfreies, fröhliches Judentum"

Nach dem antisemitischen Angriff in Schwabing hat der jüdische Aktivist und Journalist Terry Swartzberg eine Kippa für München entworfen. Sie sei ein Zeichen für ein "angstfreies, fröhliches Judentum", sagte der Wahl-Münchner bei der Vorstellung.

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Für München gibt es nun eine eigene Kippa. Kreiert hat sie Terry Swartzberg. Der 66-jährige US-Amerikaner ist Journalist und lebt in München. Die von ihm entworfene Kippa ist aus graufarbenem Filz. Sie ziert ein goldener "München"-Schriftzug, der von Stolpersteinen gerahmt wird. Swartzberg setzt sich seit Jahren für die Verlegung der kleinen Gedenktafeln für Holocaust-Opfer in München ein.

"Sie sieht wirklich bayerisch aus", beschrieb der 66-Jährige seine Kippa. Insgesamt 100 Stück produzierte er, mehr als 50 Anfragen erreichten ihn bereits.

Swartzbergs Motiv: "Als Jude angstfrei leben – auch mit Kippa"

Swartzberg trägt seit sieben Jahren Kippa, um ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. "Ich wollte mir selbst beweisen, dass ich als Jude angstfrei leben kann – auch mit Kippa."

Nach Angaben der Polizei ist die Zahl antisemitischer Straftaten in Bayern kontinuierlich gestiegen, 219 Fälle waren es im vergangenen Jahr. Erst vor einer Woche wurden drei Juden nach dem Besuch einer Synagoge im Münchner Stadttteil Schwabing beleidigt und bespuckt. Der Rabbiner und seine beiden Söhne wurden durch das Tragen einer Kippa als Juden identifiziert.

Übergriff in Schwabing: Polizei sucht zweiten Tatverdächtigen

Von den beiden Tatverdächtigen hat sich eine Frau vergangene Woche gestellt. Sie weist die Beschuldigungen jedoch zurück. Der zweite Tatverdächtige, ein Mann, ist nach wie vor unbekannt und wird gesucht.

Video: Antisemitische Attacke in München

© BR

Es war am Wochenende im Münchner Stadtteil Schwabing: Laut Polizei wurden ein Rabbiner und dessen Söhne, die alle eine Kippa trugen, beleidgt und bespuckt. Bayerns Antisemitismus-Beauftragter Spaenle zeigt sich entsetzt.