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Neue Avenio-Tram für München
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Autoren

Anton Rauch
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Neue Avenio-Tram für München

Ursprünglich hätten erste Avenio-Züge ein Jahr früher auf die Schienen kommen sollen. Sie sollen auf der Linie 12 eingesetzt werden. Endlich sind damit auch genug Trambahnen da, um die Ausfälle auf den Linien 15 und 22 zu kompensieren. Laut MVG-Chef Ingo Wortmann kann so der Fahrplan von der Anzahl der Züge her jetzt zum Wechsel voll erfüllt werden. Zu den neun Zügen, die regulär in Betrieb gehen, kommen weitere in den nächsten Monaten hinzu.

Pendelverkehr vom Max-Weber-Platz ins Depot

Am Sonntag können Fahrgäste ab 10 Uhr kostenlos vom Max-Weber-Platz aus mit den neuen Avenio-Trambahnen fahren. Diese Schnupperfahrten finden damit einen Tag vor der regulären Betriebsaufnahme statt. Die neuen Trambahnen bieten Platz für 220 Fahrgäste, das sind doppelt so viele wie in einem großen Gelenkbus Platz finden. Die Avenio-Bahnen vom Typ zwei sind, wenn sie vierteilig unterwegs sind, die längsten im Münchner Netz.

Wartungsstau, weil Werkstatthalle einsturzgefährdet ist

Die neuen Züge können auch so umgerüstet werden, dass sie zum Beispiel ohne Oberleitung durch den Englischen Garten fahren könnten, falls die Nordtangente gebaut wird. Insgesamt verfügen die Münchner Stadtwerke künftig über rund 120 Trambahnzüge. Wenn es zu Ausfällen kommt, liegt das laut MVG oft an einem Wartungsstau. Weil die Hauptwerkstätte immer noch zur Hälfte wegen Einsturzgefahr gesperrt ist, können nicht alle Züge rechtzeitig routinemäßig überholt werden.

Werkstattzelt für die Trambahnwartung geplant

Deshalb hat die MVG einen Teil der Instandhaltungsarbeiten ausgelagert, das heißt, sie finden bei den Herstellern statt. Echte Abhilfe soll ein Werkstattzelt schaffen, das die MVG aufstellen will, um mehr Trambahnen rechtzeitig warten zu können.

Um die Zulassung der ersten Baureihe der Aveniobahnen hat es vor drei Jahren ein regelrechtes Drama gegeben - sie war um Monate verzögert worden. Es fehlten wichtige Dokumente und die Zulassungsbehörde hatte sich quer gestellt, obwohl die Züge ohne Probleme gefahren waren.

Zulassung von Schienenfahrzeugen besonders problematisch

Anders als bei Autos gibt es für Schienenfahrzeuge keinen genauen Anforderungskatalog. Beim Auto geht man einfach zum TÜV oder einem anderen Prüfer und weiß danach, was nachgebessert werden muss. Bei solchen Nahverkehrszügen wie Trambahnen oder U-Bahnen legt die Technische Aufsichtsbehörde, also hier die Regierung von Oberbayern, die Bedingungen fest, wie geprüft werden muss und was nachgewiesen werden muss. Und da ist die Technische Aufsichtsbehörde offenbar besonders genau und streng. München hat ja besondere Bedingungen, zum Beispiel müssen die Trambahnen am Maxmonument ganz eng um die Kurve fahren können. In anderen Städten in Deutschland, z.B. im Ruhrgebiet oder in Baden-Württemberg sind die Zulassungen wesentlich einfacher.

Die Regierungspräsidentin von Oberbayern Maria Els und der Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft Ingo Wortmann

Die Regierungspräsidentin von Oberbayern Maria Els und der Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft Ingo Wortmann