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München: Dreijähriger Junge verschluckt Tomate und läuft blau an | BR24

© Natasha Heuse/BR

Durch das Verschlucken einer Cocktailtomate ist ein dreijähriger Junge in München bewusstlos geworden.

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München: Dreijähriger Junge verschluckt Tomate und läuft blau an

Ein dreijähriger Junge aus München hat beim Abendessen eine ganze Cocktailtomate verschluckt - ein Vorfall, der tödlich enden kann. Doch nachdem die Erste-Hilfe-Maßnahmen der Eltern erfolglos blieben, konnte ein "First Responder" den Buben retten.

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Durch das Verschlucken einer Cocktailtomate ist ein dreijähriger Junge in München bewusstlos geworden. Beim Abendessen habe der Junge am Mittwoch die Tomate verschluckt, teilte die Feuerwehr mit. Innerhalb kurzer Zeit lief das Kind blau an.

Krampfanfall aufgrund von Sauerstoffmangel

Die Versuche der Eltern, die Tomate zu entfernen, blieben erfolglos. Aufgrund des Sauerstoffmangels erlitt der kleine Junge zudem noch einen Krampfanfall. Noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes konnte ein sogenannter First Responder die Tomate entfernen: ein Voraushelfer, der bei lebensbedrohlichen Fällen zusätzlich aus der Feuerwache herbeieilt. Das Kind rang nach Luft, erwachte wieder und kam zu sich. Es wurde sicherheitshalber in ein Krankenhaus gebracht.

Ersticken gehört zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern

Laut statistischem Bundesamt gehört Ersticken zu den zehn häufigsten Todesursachen bei Kindern unter 15 Jahren. 2015 starben in Deutschland 29 Kinder, weil sie erstickt sind. Besonders gefährlich für Kinder sind kleine Weintrauben, Erdnüsse, Bonbons oder eben Cocktailtomaten. Da die Atemwege bei Kindern kleiner und enger sind als bei Erwachsenen ist die Wahrscheinlichkeit einer Aspiration größer - der Fachbegriff bezeichnet das Eindringen von Lebensmittel oder andere Dingen in die Atemwege. Zusätzlich ist bei kleinen Kindern unter fünf Jahren der Schluckmechanismus noch nicht vollständig entwickelt ist, daher kann es sein, dass kleine runde Nahrungsmittel in die Luftröhre rutschen und dort stecken bleiben.

Schnell reagieren: effektives Husten

Wenn ein Gegenstand oder ein Lebensmittel die Atemwege blockiert, heißt es: schnell reagieren, denn dann zählt jede Sekunde. Viele Eltern haben den Impuls den betroffenen Kind einen Finger in den Hals zu stecken, in der Hoffnung, dass das Kind erbricht. Leider hilft diese Maßnahme überhaupt nicht, da in diesem Fall ja die Luftröhre verstopft ist, nicht die Speiseröhre. Ludwig Schmid, Kindernotarzt aus München empfiehlt:

"Animieren Sie Ihr Kind zum effektiven Husten, denn Husten ist das beste Mittel gegen eine Aspiration."

Wenn das nicht hilft, sollte man es mit fünf kräftigen Schlägen auf den Rücken und anschließend mit dem Heimlich-Griff probieren. Er kann sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kinder durchgeführt werden. Dafür stellt man sich hinter die betroffene Person, umgreift sie und drückt ruckartig den Brustkorb nach innen und oben zusammen.

© BR

Dreijähriger verschluckt Cocktailtomate und erstickt fast.