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Der Vorschlag die Münchner Ludwigstraße an Wochenden für feierwillige Münchnerinnen und Münchner zu sperren, ist vom Tisch. OB Reiter sieht Handlungsbedarf bei der bayerischen Staatsregierung.

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Doch keine Feiermeile in München

Um jungen Menschen mehr Platz zum Feiern zu bieten, wollte die Stadt München an Wochenenden die Ludwigstraße für Autos sperren und sie als Feiermeile anbieten. Doch daraus wird nichts. OB Reiter sieht nun Handlungsbedarf bei der Staatsregierung.

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Von
  • Moritz M. Steinbacher

Die Bilder dürften den Anwohnern in der Münchner Türkenstraße noch lange in Erinnerung bleiben. Bis zu 1000 Menschen meist jüngeren Alters feiern spontan in der Münchner Maxvorstadt - auf offener Straße. Doch mit einer alternativen Partymeile auf der Ludwigsstraße - so wie es die Stadt geplant hatte - wird's jetzt nichts. CSU sieht das als Niederlage für grün-rote Rathauskoalition. OB Reiter fordert die bayerischen Staatsregierung zum Handeln auf.

Vermüllte Türkenstraße

Bei der Polizei gehen eine Vielzahl an Beschwerden über urinierende Feiernde und zu laute Musik ein. Als die Ordnungshüter gegen drei Uhr morgens die letzten Feierwilligen zum Gehen bewegen, verbreitet die altehrwürdige Türkenstraße das Flair der Wirtsbudenstraße auf dem Münchner Oktoberfest - am Ende eines sehr besucherstarken Wiesn-Tages.

Der Vorfall in der Türkenstraße war aber nur der bisherige Höhepunkt dessen, was sich mit Beginn der wärmer werdenden Temperaturen abzeichnet. Junge Menschen widmen, mangels Alternativen öffentliche Plätze zu privaten Partymeilen um.

Idee: Ludwigstraße wird zur Partymeile

Um den Anwohnern nun Massen an Feiernden auf offener Straße zu ersparen und gleichzeitig feierwilligen Münchnerinnen und Münchnern eine Möglichkeit zu bieten, den Sommer trotz geschlossener Bars und Clubs zu genießen, entschloss sich die grün-rote Mehrheit im Stadtrat nach dem Vorfall in der Türkenstraße, die benachbarte Ludwigstraße an Wochenenden zur legalen Partyzone zu machen.

Rechtliche Gründe sprechen gegen Partymeile

Die vom Stadtrat mit der Durchführung beauftragte Münchner Stadtverwaltung kommt aber nun zu einem anderen Schluss. Eine Sperrung der Ludwigstraße sei nicht möglich, verkehrsrechtliche und Infektionsschutz-Gründe sprächen dagegen, heißt es aus dem Rathaus.

Münchner CSU kritisiert grün-rote Stadtratsmehrheit

In dem Aus für die "Feiermeile Ludwigstraße" sieht die Münchner CSU eine Niederlage für die grün-rote Rathauskoalition. So habe man mit dem Vorschlag, jungen Menschen falsche Hoffnungen gemacht und wertvolle Zeit vertan, das Party-Geschehen in der Münchner Innenstadt wirksam zu entzerren, heißt es in einer Mitteilung der Rathaus-CSU. Die Fraktion hatte vor rund 2 Wochen gegen den Vorschlag gestimmt.

Oberbürgermeister Dieter Reiter: Staatsregierung muss handeln

Das Problem der exzessiv feiernden jungen Erwachsenen sind mangelnde Alternativen. Während Restaurants und Cafés in Bayern weitgehend geöffnet haben, gibt es für Bars, Clubs und Diskotheken derzeit keine Öffnungsperspektive. In einem schriftlichen Statement fordert Oberbürgermeister Dieter Reiter deswegen die Staatsregierung nun dringend dazu auf, wenigstens Bars und Clubs für Geimpfte, Genesene oder Getestete bald zu öffnen. Außerdem arbeite die Stadt an Konzepten, um für junge Erwachsene und Jugendliche mehr Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien zu schaffen, so Reiter.

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