BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Regen verzögert den Baubeginn der Pop-Up-Radwege in München | BR24

© Zacharie Scheurer / dpa

Radfahrer sollen mit den neuen Pop-Up-Radwegen in München mehr Platz bekommen. (Symbolbild)

13
Per Mail sharen

    Regen verzögert den Baubeginn der Pop-Up-Radwege in München

    In München sollten am Montag eigentlich die ersten Autospuren zu Pop-Up-Radwegen werden. Wegen des schlechten Wetters entfällt die Straßenmarkierung aber erst einmal. Einen konkreten Ersatztermin gibt es noch nicht.

    13
    Per Mail sharen

    Berlin, Wien und Paris haben es vorgemacht, am Montag wollte auch München nachziehen und die ersten Pop-Up-Radwege in der Stadt einführen. Autospuren sollten zu temporären Radwegen werden und den Radfahrern ab sofort mehr Platz bieten. Doch wegen des Dauerregens entfällt die Straßenmarkierung erst einmal.

    Ersatztermin steht noch nicht fest

    Eventuell könnten die Straßenmarkierungen Ende dieser Woche oder zu Beginn der nächsten Woche gezogen werden, sagte Florian Paul, der Fahrradbeauftragte der Stadt. Einen konkreten Ersatztermin gebe es aber derzeit noch nicht.

    Sechs Pop-Up-Radwege auf fünf Münchner Straßen

    Fünf Straßenzüge in der Münchner Innenstadt bekommen nun demnächst gelbe Markierungen. Mehr ist nicht nötig, um die neuen Radwege auszuweisen: in der Zweibrückenstraße, der Elisenstraße, der Theresienstraße, der Gabelsbergerstraße sowie an zwei Stellen der Rosenheimer Straße. Jeweils eine Autospur in jeder Richtung soll für Radfahrer reserviert werden - zumindest bis Herbst.

    Befristetes Pilotprojekt

    Das befristete Pilotprojekt läuft bis Ende Oktober. Dann soll der Stadtrat beraten, wie es weitergeht.

    Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sind in München deutlich mehr Fahrradfahrer unterwegs. Viele ÖPNV-Nutzer geben an, aus Angst vor einer Ansteckung nicht mehr mit Bus, Tram oder U-Bahn fahren zu wollen.

    Darauf will die Stadt mit den neuen Pop-Up-Radwegen reagieren und den Verkehr so sicherer machen. Durch die Verlagerung der Radwege sollen Radfahrer und Fußgänger mehr Platz bekommen, um den Mindestabstand von anderthalb Metern besser einhalten zu können.

    Kritiker beklagen: Autospuren fallen weg

    Erst vor knapp drei Wochen hatte der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung das Projekt beschlossen. Die CSU im Münchner Rathaus stimmte gegen die Pop-Up-Radwege. Ihrer Meinung nach sind die Planungen dafür nicht gründlich durchdacht. So seien beispielsweise die Anwohner nicht beteiligt worden. Kritiker beklagen, dass Autofahrern Fahrspuren weggenommen werden und Parkplätze verloren gehen.

    Ampel-Umstellung soll reinere Luft befördern

    Die Debatte um die richtige Verkehrspolitik in der Landeshauptstadt läuft: Als Maßnahme des Luftreinhalteplans der Regierung von Oberbayern hat München erst vor Kurzem Ampeln umstellen lassen. Die Grün-Phasen werden nun auf einem Abschnitt der Prinzregentenstraße und teilweise auch schon auf den Zubringerstraßen kürzer. Dadurch drohen längere Staus auf der A94.

    Martin Hagen, Fraktionsvorsitzender der FDP im bayerischen Landtag, kritisierte: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass mehr Stau zu besserer Luft führt. Die Maßnahme erscheint mir ideologisch motiviert."

    OB Reiter: Parkplätze bleiben

    Oberbürgermeister Dieter Reiter betonte in der Stadtratssitzung, dass es sich jedenfalls bei den Pop-Up-Radwegen um temporäre Maßnahmen handele und daraus keine langfristigen Radspuren würden. Auch Parkplätze würden nicht wegfallen, so Reiter.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!