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Apple will über eine Milliarde Euro in den Standort Deutschland investieren, vor allem in Bayern. Dabei sollen die bestehenden Forschungs- und Entwicklungsabteilungen im Großraum München zum Europäischen Zentrum für Chip-Design ausgebaut werden.

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Apples Europa-Zentrum für Chip-Design kommt nach München

Apple wird in den kommenden drei Jahren über eine Milliarde Euro in den Standort Deutschland investieren, den größten Teil in Bayern. Der Großraum München soll zum Europäischen Zentrum für Chip-Design des iPhone-Herstellers werden.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Peter Althammer

Mehr als eine Milliarde Euro will Apple in den kommenden drei Jahren in den Standort Deutschland investieren - den größten Teil in Bayern.

Chips nicht mehr einkaufen, sondern selbst entwickeln

Dabei sollen die bestehenden Forschungs- und Entwicklungsabteilungen im Großraum München zum Europäischen Zentrum für Chip-Design von Apple ausgebaut werden, kündigte der iPhone-Hersteller am Mittwoch an. Apple hatte früher für seine Produkte wie iPhone, iPad und Mac vor allem Chips von Herstellern wie Qualcomm und Intel bezogen. Der kalifornische Konzern verfolgt aber seit Jahren einen Masterplan, die wichtigsten Halbleiter selbst zu entwerfen.

Standort München größtes europäisches Entwicklungszentrum

Die Entwickler-Teams in Bayern leisteten einen Beitrag zu Apples selbst designten Chip, die für "branchenführende Performance", leistungsstarke Funktionen und große Effizienz sorgten, betonte das Unternehmen. Die Erweiterung am Standort München werde sich zusammen mit zusätzlichen Investitionen in Forschung und Entwicklung allein in den nächsten drei Jahren auf über eine Milliarde Euro belaufen.

Apple ist seit 40 Jahren in München

Konzern-Chef Tim Cook sagte, er sei gespannt darauf, was die Ingenieurteams in München entdecken – von der Erforschung neuer Möglichkeiten in der 5G-Technologie bis hin zu einer neuen Generation von Technologien, die noch mehr Leistung, Geschwindigkeit und Konnektivität ermöglichen würden. "München ist seit vier Jahrzehnten ein Zuhause für Apple, und wir sind der Stadt und Deutschland dankbar für das gemeinsam Erreichte und freuen uns auf den Weg, der vor uns liegt." Der 30.000 Quadratmeter große Standort in der Karlstraße in der Münchner Innenstadt soll jetzt erweitert werden.

4.000 Mitarbeiter in Deutschland

Apple hatte im Sommer 2019 die Mobilfunk-Modem-Sparte des Chip-Giganten Intel übernommen und seitdem seine Labore im Großraum München zum größten Entwicklungszentrum Apples in Europa aufgestockt. Inzwischen arbeiten nach Angaben des Unternehmens knapp 1.500 Ingenieure aus 40 Ländern in den Bereichen Power Management Design, Anwendungsprozessoren, drahtlose Technologien und anderen Themen. Insgesamt beschäftigt Apple in Deutschland rund 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Großraum München zieht Tech-Unternehmen an

Dass sich Apple, ebenso wie andere große Tech-Firmen aus dem Silicon Valley, für München entscheiden, ist kein Zufall. Die Region München ist für IT-Unternehmen sehr attraktiv. Zwischen Technologie-Unternehmen und Hochschulen gebe es ein "positive feedback" sagt Professor Michael Dowling. Attraktive Unternehmen finden gut ausgebildete Studenten von guten Universitäten - was wieder neue Unternehmen, Wissenschaftler und Studenten anzieht. So entsteht eine sich positiv verstärkende Spirale nach oben. Außerdem habe München bei den Hochschulabsolventen einen besonderen Standortvorteil gegenüber dem kalifornischen Silicon Valley:

"Das durchschnittliche Jahresgehalt für einen Master in Informatik in Deutschland ist 45.000 Euro, in München vielleicht bis 50.000 Euro. Im Silicon Valley ist das Durchschnittsgehalt für einen Computer-Science-Master 122.000 US-Dollar. Diese Firmen haben gelernt: Sie kriegen exzellente Arbeitskräfte für den halben Preis, den man in Silicon Valley bezahlt." Professor Michael Dowling, Vorstandsvorsitzender "Münchner Kreis"

Digitalministerin: "Großartige Nachricht für Bayern"

In ihrer Presseerklärung zur Apple-Entscheidung für München erklärte die Bayerische Staatsministerin für Digitales, Judith Gerlach, dies zeige, "dass auch in den USA die Attraktivität und das Potenzial des Digitalstandorts Bayern geschätzt wird." Mit einer gut ausgebauten Infrastruktur, hochqualifizierten Arbeitskräften und vor allem einem technologiefreundlichen Umfeld biete München hervorragende Voraussetzungen für ein Hightech-Zentrum.

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