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Bildrechte: CNES/ill. D. DUCROS

Kollision Satellit Cerise mit Weltraumschrott (Symbolbild)

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    Müllabfuhr für das Universum?

    Die Wohnung aufräumen kann ja schon eine Herausforderung sein - wie will man erst den Weltraum von Müll befreien? Eine Forscherin der Münchner Bundeswehruniversität will dieses Problem mit einem Satelliten lösen - und bekam ein Stipendium dafür.

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    Nachdem der Mensch sich den Weltraum erobert hat, ist inzwischen auch dieser Bereich voller Schrott - da gibt es etwa abgebrochene Teile von Raketen oder Werkzeuge, die Astronauten aus der Hand gerutscht sind. Und genau diese frei herum schwebenden Teile sind beispielsweise für Satelliten eine echte Gefahr: Wettersatelliten etwa, die uns Erdlinge über das Wetter von morgen und über aufziehende Naturkatastrophen informieren, können durch diese Metallteile zerstört werden.

    Mit dem Greifarm zum Müll-Sammeln

    Susanne Peters von der Universität der Bundeswehr München will diesen Schrott mit Hilfe eines Sateliten einsammeln. Der Großteil ist zwar millimeterklein und daher eher ungefährlich; unkalkulierbar gefährlich sind allerdings die zahllosen Objekte zwischen einem und zehn Zentimetern Durchmesser. Es ist teuer und langwierig, sie von der Erde aus zu orten, außerdem bewegen sie sich auf unterschiedlichen Umlaufbahnen. Wie also wird man also den Weltraumschrott wieder los?

    ADReS-A soll der Satellit heißen, der selbstständig Müll entsorgt. Susanne Peters, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Raumfahrttechnik und Weltraumnutzung, plant seine Mission: Der Satellit hat einen Greifarm und wird gemeinsam mit kleinen Raketenantrieben im Weltall, zum Beispiel in der Nähe einer ausrangierten Raketenstufe, zum "Müll einsammeln" ausgesetzt. Wenn Wissenschaft und Politik sich einigen, ist ihr Müllentsorgungssystem vielleicht sogar schon in fünfzehn Jahren einsetzbar.

    Der Mensch müllt das Universum zu

    Wissenschaftliche Simulationen lassen vermuten, dass alle fünf bis neun Jahre einer der aktiven 1.000 Satelliten in der nahen Erdumlaufbahn mit Weltraumschrott oder mit einem anderen Satelliten zusammenstösst. Aus diesen Kollisionen können unzählbare Trümmerteile hervorgehen, die die jahrhundertelang im Universum bleiben. Und auch bei jedem Raketenstart entsteht neuer, vom Menschen erzeugter Müll: beispielsweise abgeworfene Raketenstufen oder abgelöste Farbpartikel von Satelliten und Raketen. Die Folgen der mehr als 200 Millionen, insgesamt 6.300 Tonnen schweren, im Weltraum schwebenden Trümmerteile, sind verheerend.

    Susanne Peters erhielt für ihr Projekt jetzt ein Stipendium der Zonta International Foundation, das jährlich weltweit nur an 35 Wissenschaftlerinnen verliehen wird.

    Von
    • Anja Salewsky
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