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Müll-Problem am Badesee - hohe Entsorgungskosten am "Guggi" | BR24

© BR/Wenleder

Am Guggenberger See im Landkreis Regensburg: Die vielen Besucher hinterlassen viel Müll. Für den Verein, der sich um den See kümmert, entstehen dadurch hohe Kosten.

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Müll-Problem am Badesee - hohe Entsorgungskosten am "Guggi"

Hunderte Menschen besuchen in diesen Tagen den Guggenberger See im Landkreis Regensburg. Doch die vielen Menschen hinterlassen auch viel Müll. Für den Verein, der sich um den See kümmert, entstehen dadurch hohe Kosten.

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Jeden Tag, spätestens um sieben Uhr morgens, zieht Günter Brechtl seine Handschuhe an und dreht mit seinen Kollegen eine Runde um den See. Brechtl betreibt hier ein Café. Zusätzlich sorgt er für den "Verein für Naherholung im Raum Regensburg", dass rund um den "Guggi" zumindest morgens alles sauber ist. Überall muss er mit seinem Müllgreifer Plastiktüten, Essensreste oder Flaschen aufsammeln. Auch ganze Sonnenschirme werden liegen gelassen. "Es ist ärgerlich, wie viele Lebensmittel weggeschmissen werden. Letzten Montag habe ich sieben Pakete ungeöffnetes Fleisch gefunden. Sieben Stück!", sagt Brechtl.

Besucher wollen ihren Müll loswerden

Eigentlich sollen die Besucher hier alles, was an Müll anfällt, wieder mit nach Hause nehmen. Dass sich daran viele nicht halten, wird schon an der ersten von sieben Müllstation rund um den See klar: Mehrere große Mülltonnen stehen hier zur Mülltrennung nebeneinander. Doch der Unrat liegt rund um die Tonnen meterweit verteilt.

Naherholungsverein beklagt hohe Entsorgungskosten

Zehn Kubikmeter Müll, also fast ein voller großer Müllcontainer, kommen in einer Woche am See zusammen. 3.500 Euro Entsorgungskosten bedeutet das für den Naherholungsverein, einen Zusammenschluss von Stadt und Landkreis Regensburg, sowie zahlreiche Gemeinden und Vereine der Region, die sich gemeinsam um die Seen kümmern. Dazu kommen hohe Kosten für Mäharbeiten, die restliche Instandhaltung und natürlich Personalkosten. Trotzdem wird von den Besuchern lediglich 2,50 Euro Parkgebühr am Tag verlangt. Die zusätzlichen Müllkosten sind deshalb so ärgerlich, weil sie vermeidbar wären.

© BR/Stecho

Randvolle Mülltonnen am "Guggi" und jede Menge Müll drumherum

Große Container verleiten zu Haus- und Sperrmüll-Entsorgung

Der Verein hat schon viel versucht, um die Verschmutzung zu reduzieren, sagt Brechtl. Mehr Mülleimer haben aber zu noch mehr Unrat am Seeufer geführt. Große Container an den Parkplätzen hatten auch einen umgekehrten Effekt: "Die sind mit Hausmüll vollgeladen worden, unter anderem Kunstrasen und Zimmertüren", sagt der Café-Betreiber und Vereins-Angestellter.

Auch Unterwäsche, Kinderspielzeug, und sogar Sexspielzeug wird am Seeufer liegen gelassen, erzählt Brechtl. Besonders schlimm ist es im Frühjahr, ohne Bewuchs sehe man dann erst, was alles in den Büschen liegt. "Das ist natürlich deprimierend. Das muss man hinnehmen irgendwann. Oder manchmal auch sagen, nein, das räum ich jetzt nicht, damit vielleicht das Bewusstsein wieder zunimmt, seinen Müll mit nach Hause zu nehmen."

Trotz unappetitlicher Hinterlassenschaften ein Traumarbeitsplatz

Nach über zwei Stunden haben Brechtl und seine Kollegen den Großteil des Mülls eingesammelt. Ein kleiner, dreirädriger Mülltransporter fährt die vollen Müllsäcke zur Abtransportstelle. Morgen, spätestens um sieben Uhr, wird Brechtl wieder seine Runde drehen. Trotzdem bleibt der Guggenberger See für ihn nach wie vor doch ein Traumarbeitsplatz. "Wenn am Abend die Sonne untergeht und alles rot ist im Hintergrund, das ist eine herrliche Idylle."

© BR/Stecho

Günter Brechtl kümmert sich um die Sauberkeit der Liegewiesen rund um den Guggenberger See. Mit seinem Müllgreifer

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