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Mühlstein erinnert an Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche | BR24

© BR/Patrick Obrusnik

Der Mühlstein hinter dem Dom soll an die Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche erinnern.

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Mühlstein erinnert an Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche

Auf dem Würzburger Kiliansplatz zwischen Dom und Neumünster ist am Mittwoch eine Steinskulptur offiziell enthüllt worden. Der "Mahnende Mühlstein" soll an die Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche erinnern.

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Die Skulptur aus Quarzit, die heute hinter dem Dom enthüllt wird, hat einen Durchmesser von fast anderthalb Metern und wiegt rund 800 Kilogramm. Der Stein trägt eine Inschrift aus dem Matthäus-Evangelium (Kapitel 18, Vers 6): "Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, dem wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde."

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Die Inschrift des Mühlsteins stammt aus dem Matthäus-Evangelium

Initiator der Aktion ist Johannes Heibel, Vorsitzender der bundesweiten "Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen". In der Presseankündigung der Aktion erklärt Heibel, der Mühlstein symbolisiere die große Last der Opfer. Damit soll ein Zeichen gesetzt und "Erwachsene an ihre große Verantwortung gegenüber Heranwachsenden" erinnert werden. Es gehe der Initiative nicht um Vergeltung, wie etwa die Wiedereinführung der Todesstrafe: "Gewalt ist keine Lösung, auch nicht gegenüber Kinderschändern."

Mühlstein bereits in über 30 Städten ausgestellt

Seit Sommer 2008 ist der "Mahnende Mühlstein" in über 30 Städten und Gemeinden ausgestellt worden. Würzburg ist die letzte Station der Wanderausstellung. Bis Ende August ist der Mühlstein auf dem Kiliansplatz zu sehen. Danach soll das Mahnmal Papst Franziskus übergeben und dauerhaft in Rom ausgestellt werden.