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Infotafeln am Gedenkort "Waldlager" der KZ-Gedenkstätte "Mühldorfer Hart".
© pa/dpa/Matthias Balk

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Julia Haas
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Infotafeln am Gedenkort "Waldlager" der KZ-Gedenkstätte "Mühldorfer Hart".

Zwei Gedenkorte stehen schon im ehemaligen Konzentrationslager "Mühldorfer Hart" zwischen Mühldorf am Inn und Waldkraiburg: "Waldlager" und "Massengrab". Die Errichtung der zentralen Gedenkstätte rund um den letzten Bunkerbogen der Rüstungsfabrik Weingut I verzögert sich aber. Vor einem Jahr war schon klar: Im Waldboden sind Kampfmittel der Wehrmacht.

Eigentliche Kampfmittelräumung erfolgt im Frühjahr 2020

Jetzt gibt es eine Strategie, wie es mit der Gedenkstätte weitergehen soll. Das Landratsamt Mühldorf hat über das weitere Vorgehen informiert – mehr als 70 Jahren nach dem Grauen im "Mühldorfer Hart". Eine Spezialfirma aus Weimar wird ab Ende April den Boden säubern. Die Kampfmittelräumung im Innenbereich des Bunkergeländes ist für das Frühjahr 2020 geplant.

Altlasten im Waldboden

Eine Untersuchung ergab, dass sich im Erdreich eine größere Anzahl an Panzerabwehr- und Sprenggranaten befindet. Die US-Army hatte dort nach dem Krieg Sprengtrichter angelegt, um die Kampfmittel zu beseitigen. Der Boden ist deshalb auch voller Altlasten, unter anderem mit Ablagerungen von Kampfstoffen wie TNT.

Räumung kostet etwa fünf Millionen Euro

Von der großflächigen Räumungsaktion sind 56 Grundstückseigentümer betroffen, die ihr Einverständnis bereits erklärt haben. Insgesamt wird die Maßnahme etwa fünf Millionen Euro kosten.

Das "Mühldorfer Hart" war ein Außenlager des KZ Dachau. Tausende Häftlinge mussten dort Zwangsarbeit für die Rüstungsindustrie verrichten. Im Schnitt überlebten die Menschen dort nur 80 Tage.