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Mückenplage in Ostbayern: Wie eine Falle helfen kann | BR24

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Sie summen im Freien und auch im Haus: Mücken. Die Menschen sind besonders in Niederbayern und der Oberpfalz von ihnen genervt - ein Aufenthalt im Freien? Kaum möglich. Doch ein Regensburger Stechmückenforscher könnte die Erlösung erfunden haben.

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Mückenplage in Ostbayern: Wie eine Falle helfen kann

Sie summen im Freien und auch im Haus: Mücken. Die Menschen sind besonders in Niederbayern und der Oberpfalz von ihnen genervt - ein Aufenthalt im Freien? Kaum möglich. Doch ein Regensburger Stechmückenforscher könnte die Erlösung erfunden haben.

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Besonders im Sommer suchen Menschen die Flussnähe - beliebte Orte in Niederbayern sind besonders der Donaustrand in Deggendorf oder die Plattlinger Isarwelle. Picknicken, sporteln, surfen, entspannen - doch dieses Jahr ist der Aufenthalt im Freien kaum möglich und endet oft schmerzhaft, wie Surfer an der Plattlinger Isarwelle erzählen:

"Da stechen sie dich schon am Nachmittag, da brauchst du nicht auf den Abend warten. Ohne Autan kommt man hier nicht zurecht. Dieses Jahr ist es nochmal schlimmer, als letztes Jahr. Ich glaube, das kommt vom Hochwasser und gemäht ist auch nicht worden." Befragte Surferin
"Es gibt Millionen. Am Kopf habe ich heute glaube ich schon zehn Stiche gehabt, und das auf eine Stunde - das ist Irrsinn. An die Isar kannst du fast nicht mehr gehen, das ist Wahnsinn." Befragter Surfer

In Deggendorf sind die Menschen von den Mücken geplagt:

"Die sind nervig. Bei uns in der Wohnung sind auch so viele unterwegs." Befragter Mann
"Da kommen die mit Artenvielfalt und Volksbegehren - die wollen wieder die Tiere haben. Das hat doch nur Nachteile." Befragter Mann
"Jeden Tag, wenn ich spazieren oder laufen gehen will, dann bekomme ich Mückenstiche und muss mich oft kratzen." Befragte Joggerin
© BR/Sarah Beham

Keine Ruhe vor den Mücken - auch nicht am Abend: Plattlinger Isarbrücke vor Isarwelle.

Menschen in der Oberpfalz von Mücken genervt

Auch in der Oberpfalz schwirren viele Stechmücken umher, beispielsweise in einer Kleingartenanlage im Regensburger Stadtnorden:

"Heuer mit den Mücken ist es entsetzlich. Wenn man in die Wassertonne die Kann rein tut und Wasser rausholen möchte - schon haben sie dich." Befragte Frau
"Wenn man etwas Loses, etwas Weites anhat, da kommen sie unten rein - in den Bauch stechen sie, in den Hals, in Rücken, das ist dieses Jahr Wahnsinn." Befragte Frau
"Beim Gießen am Vorderfuß: Mücke hingeflogen, ich habe gerade noch mit der Hand hinschlagen können, dann ist das Blut schon gespritzt, so vollgefressen war dieses Miststück." Befragte Frau

Mückenzählmaschine bestätigt Wahrnehmung der Menschen

Die gefühlte Wahrnehmung der Menschen kann der Regensburger Mückenforscher, Andreas Rose, bestätigen. Er hat eine weltweit operierende Mückenzählmaschine entwickelt. Heuer wird er auch in Niederbayern und der Oberpfalz stellenweise sehr fündig:

"Wir haben die Maschinen in der Region in Irl, in Plattling, in Regensburg und Weltenburg aufgestellt. Momentan geht es in Weltenburg sehr stark rund mit den Stechmücken. Gestern haben wir für 24 Stunden gezählt, am Ammersee haben wir 9.500 Mücken in einer Falle gefangen." Mückenforscher Andreas Rose

Mückensprays als Hilfe

In Weltenburg gebe es aufgrund der Überschwemmungen sehr viele Mücken. Der Mückenforscher ist überzeugt davon, dass man als "Mückenopfer" geboren ist: Entweder die Mücken mögen einen oder nicht. Mit dem Geschlecht oder der Blutgruppe habe das aber nichts zu tun. Dennoch: Schweiß und sonstige Ausdünstungen spielen eine Rolle, wenn es darum geht, wo die Mücke am liebsten Blut saugt. Ansonsten rät der Mückenforscher:

"Was man machen kann ist, dass man sich Mückenschreckstoffe aufträgt, die man im Handel kaufen kann. Man kann auch etwas gegen die Brutplätze machen, wenn man im Garten Regentonnen hat, dass man sie ausleert oder abdeckt. Man kann auch Mückenfallen einsetzen. Aber diese Hausmittelchen wie Zitronen, die mit Nelken gespickt sind, wirken praktisch nicht." Mückenforscher Andreas Rose

Spezielle Kohlendioxid-Mückenfalle als Lösung

Andreas Rose und sein Team haben spezielle Mückenfallen entwickelt, die ihren Preis haben: 250 Euro das Stück. Der Preis sei aber begründet, meint der Mückenforscher: Die Fallen arbeiten mit Kohlendioxid, das der Mensch normalerweise ausatmet. Kohlendioxid wird mit dem menschlichen Atem abgegeben und ist der wichtigste Lockstoff für blutsaugende Insekten. In dieser Kombination wirkt die Falle auf Mücken wie ein Mensch.