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Mückenplage am Ammersee: Bürger stimmen für Gifteinsatz

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Mückenplage am Ammersee: Bürger stimmen für Gifteinsatz

Im Kampf gegen die Stechmücken-Invasion kommt in Eching am Ammersee künftig das Insektizid BTI zum Einsatz. Bei einem Bürgerentscheid stimmte eine klare Mehrheit dafür. Das Mittel ist allerdings nicht unumstritten.

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Seit Jahren treten in Eching am Ammersee immer wieder große Populationen von Stechmücken auf. Darüber klagen nicht nur Badegäste, sondern auch Wirtshäuser mit Sitzplätzen im Freien.

Bei einem Bürgerentscheid hat jetzt eine klare Mehrheit dafür gestimmt, mit einem umstrittenen Insektizid gegen die Plage vorzugehen. 79,5 Prozent votierten für den Einsatz des Bakteriums BTI ("Bacillus thuringiensis israelensis"). Das notwendige Quorum wurde erreicht, die Wahlbeteiligung lag bei 66 Prozent.

BTI tötet gute und böse Mücken

BTI produziert einen toxischen Eiweißstoff. Dieser zerstört Zellen im Darm der Stechmückenlarven, weite Teile einer Population verenden dadurch. Das Mittel ist nicht unumstritten, denn auch andere Mücken werden durch BTI getötet, die den Menschen nicht schädigen, wie die Zuckmücken. Sie bilden die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Fische, Amphibien und Vögel, weshalb viele Umwelt- und Naturschützer den Einsatz von BTI ablehnen.

Die Chiemsee-Gemeinde Seeon-Seebruck hat sich aus diesem Grund im Juni dafür entschieden, auf BTI künftig zu verzichten. Neun andere Gemeinden am Chiemsee halten jedoch an der Mückenbekämpfung fest.

Strenge Regeln für BTI-Einsatz

250 Echinger Bürger hatten mit einer Unterschriftensammlung ein entschiedeneres Vorgehen gegen die Stechmücken gefordert. Die Gemeinde stellte deshalb ein Ratsbegehren über BTI zur Abstimmung, mit dessen Hilfe die Tiere besser bekämpft werden sollen.

Eine Gemeinde darf BTI aber nicht nach Belieben ausbringen. Zunächst werden Gebiete kartiert und dann der Oberen Naturschutzbehörde gemeldet. Liegen Brutgebiete der Mücken etwa in einem Naturschutzgebiet, so ist ein grundsätzlicher Einsatz von BTI dort eher unwahrscheinlich. Doch auch für die restlichen Gebiete gelten strenge Regeln. Nur wenn die Mückenlarven bei Gewässerproben eine bestimmte Konzentration überschreiten, darf das Mittel zum Einsatz kommen.