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Muckibude in Zeiten von Muskel-Doping | BR24

© pa/dpa/Christin Klose

Muckibude in Zeiten von Muskel-Doping

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Muckibude in Zeiten von Muskel-Doping

Studios für Krafttraining und Fitness waren vor einer Woche das Ziel einer europaweiten Anti-Doping-Razzia. Ein großer Fahndungserfolg gegen die organisierte Doping-Kriminalität. Was sagen Kraftsportler in einem Nürnberger Studio dazu?

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Ein Abend im Fitnessstudio "well.come" im Nürnberger Südwestpark. Trainer Jürgen erklärt im Athletik-Training den Kursteilnehmern die Übungen, die er heute für Sie vorgesehen hat. Und die haben es in sich: Klimmzüge, Liegestütze, Sprünge und Hantelarbeit.

Folglich treffen sich in diesem Studio nicht nur Menschen, die nach langen Bürotagen noch etwas für die Fitness tun wollen, sondern auch ambitionierte Hobbysportler. Triathleten, Radfahrer, Läufer, Tennisspieler – sie alle wollen an ihrer Athletik feilen. Einer von ihnen ist Roland.

Doping, ja oder nein?

Die Frage, ob Doping da eine Rolle spiele, verneint Roland. Für die Wenigsten, die Fitnesstraining machten, sei das ein Thema, fügt er hinzu. Trainer Martin Gemeinhardt reagiert auf die Frage anders. Schon im Sportstudium sei er über das Thema Doping, über - "das Supplementieren", wie es heiße, gestolpert. Es sei seit Jahren ein großes Thema. Es betreffe vor allem Bodybuilder, aber nicht nur.

"Ich kenne tatsächlich immer noch Leute, die regelmäßig supplementieren und eigentlich ist das Schizophrene gerade, dass das im Amateursport ist, wo es eigentlich um gar nichts geht, wo es um regionale Wettkämpfe geht, wo selbst die Startgelder aus eigener Tasche bezahlt werden müssen." Martin Gemeinhardt, Fitnesstrainer

Mittel zur Leistungssteigerung?

Auch Roland denkt über Mittel zur Leistungssteigerungen nach, allerdings nur bis zu einer gewissen Grenze. Er frage sich, "was würde er erreichen, wenn er es täte". – Allerdings: Wofür? Er gehe nicht auf die Bühne, er verdiene kein Geld damit und letztlich sei die Wirkung nach einem Jahr schon wieder vorbei und er schaue "vielleicht schlimmer aus als vorher". Creatin BCAA, Eiweißpulver, Aminosäuren, das sei "völlig in Ordnung", aber alles andere sei Quatsch.

Ein Standpunkt, der auch für Trainer Thorsten Heinrich völlig in Ordnung ist. Ansonsten lehnt er bei den Hobbysportlern in seinem Studio schon den Einsatz von Schmerzmitteln ab – was ja beispielsweise bei Marathonläufern durchaus verbreitet ist - damit man auf den letzten Kilometern die Schmerzen nicht so spürt. Gewiss könne man über Nahrungsergänzungsmittel nachdenken – aber das sei "weit weg vom Dopen".