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Zu Beginn der Motorradsaison schon zwei Tote im Allgäu | BR24

© BR-Bild/Julian Stähle

Symbolbild: Tödlicher Motorradunfall mit Rettungskräften.

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    Zu Beginn der Motorradsaison schon zwei Tote im Allgäu

    Frühlingshafte Temperaturen locken Motorradfahrer auf die kurvigen Bergstrecken ins Allgäu. Zum Saisonstart gab es bereits zwei tödliche Verkehrsunfälle. Polizei und Unfall-Hilfen raten zu erhöhter Vorsicht. Auf dem Jochpass gilt ab Montag Tempo 60.

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    Gleich zu Beginn der noch so jungen Motorradsaison gab es im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West zwei tödliche Verkehrsunfälle, bei denen zwei Motorradfahrer ums Leben kamen.

    Ein 60-jähriger Motorradfahrer aus dem Unterallgäu wurde Ende Februar bei Kettershausen bei einem Zusammenstoß mit einen Traktor getötet. Nur wenige Tage später verlor ein 36-jähriger Biker aus dem Ostallgäu bei einem Unfall bei Unterthingau, ebenfalls bei einem Zusammenstoß mit einem landwirtschaftlichen Gespann, sein Leben.

    Polizei mahnt zur Vorsicht

    Insgesamt gab es in diesem Jahr bereits 16 Verkehrsunfälle mit zwei getöteten sowie elf teils schwerverletzten Motorradfahrern. Voriges Jahr waren es im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West 574 Motorradunfälle. Zehn Motorradfahrer erlitten tödliche Verletzungen, 538 Biker wurden zum Teil schwer verletzt.

    Da auch an diesem Wochenende wieder mit frühlingshaften Temperaturen und vielen Motorradfahrern auf den Straßen zu rechnen ist, rät die Polizei allen Verkehrsteilnehmern zu erhöhter Aufmerksamkeit.

    Tempo-Kontrollen angekündigt

    Die Unfallstatistik zeige, sagte ein Sprecher der Polizei, dass die Wahrscheinlichkeit bei einem Verkehrsunfall als motorisierter Zweiradfahrer verletzt zu werden, fünf Mal höher ist als bei einem Pkw-Insassen. Die rund 860.000 Motorradfahrer in Bayern bilden neben Kindern, Fußgängern und Radfahrern die Hauptunfallrisikogruppe bei schweren Verkehrsunfällen.

    Deshalb wird die Polizei an den relevanten Stellen, insbesondere im Bereich der bei Bikern besonders beliebten Strecken, verstärkte Geschwindigkeitsüberwachungen durchführen. Die Dienststellen werden von den Beamten der "Kontrollgruppe Motorrad" des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West unterstützt.

    2018 wurden dabei etwa 2.500 Motorradfahrer gestoppt. Die Beamten leiteten 56 Straf- und 370 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. 191 Motorradfahrer wurden gebührenpflichtig verwarnt. 24 Bikern wurde die Weiterfahrt aufgrund sicherheitstechnischer Mängel an Ort und Stelle untersagt.

    Warnung vor Straßenschäden im Allgäu

    Ralph Krauß, der Leiter der Johanniter-Motorradstaffel im Allgäu, warnt zudem vor stark verschmutzten Straßen und winterbedingten Straßenschäden: "Außerdem ist der Asphalt noch kalt und weniger griffig. Dadurch ist die Sturzgefahr sehr hoch."

    Krauß weist besonders auf mögliche Gefahren beim Überholen von Traktoren hin, die jetzt ebenfalls wieder häufiger unterwegs sind. Aber auch Autofahrer sind ab sofort stärker gefordert, sagt er: "Mehr als die Hälfte aller Motorradunfälle werden von Autofahrern verursacht."

    Autofahrer sollten daher beim Spurwechsel rechtzeitig blinken und besonders vor dem Wenden, Ausscheren und Abbiegen auf überholende Motorräder achten. Für Motorrad- wie Autofahrer gilt: auf kurvigen Straßen unbedingt auf der eigenen Spur bleiben.

    Anwohner klagen über Lärm

    Was den Motorrad-Lärm angeht, sollen Jochpass-Anwohner heuer entlastet werden. Künftig gilt auf der kurvigen Bergstraße zwischen Bad Hindelang und Oberjoch Tempo 60. Der Gebirgspass in Bad Hindelang gilt unter Motorradfahrern als Eldorado. Bislang war auf der Bundesstraße 100 km/h erlaubt.

    Vergangenes Jahr wurden große Tafeln mit der Aufschrift "Bitte leise fahren" montiert. Ohne Erfolg. Ab April werden dann die neuen Schilder stehen mit dem Hinweis auf das neue Tempolimit und ein Überholverbot.