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Mordversuch mit Armbrust: Lange Haftstrafe für 43-Jährigen | BR24

© dpa-Bildfunk / Karl-Josef Hildenbrand

Der Angeklagte (Mitte) während des Prozesses vor dem Memminger Landgericht.

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Mordversuch mit Armbrust: Lange Haftstrafe für 43-Jährigen

Der Fall hat im Herbst bayernweit für Aufsehen gesorgt: Ein Mann schoss dem neuen Partner seiner Ex-Freundin einen Pfeil in die Brust. Nun muss er siebeneinhalb Jahre in Haft.

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Sieben Jahre und sechs Monate Haft: So lautet das Urteil im Prozess gegen einen Armbrust-Schützen. Das Landgericht Memmingen hat den Mann wegen versuchten Mordes mit schwerer Körperverletzung verurteilt. Die Richter sind überzeugt, dass der 43-Jährige gezielt geplant hatte, den neuen Lebensgefährten seiner Ex- Freundin in Pfaffenhofen an der Roth im Landkreis Neu-Ulm zu töten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Polizei fand Armbrust im Kofferraum des Fluchtwagens

Der Mordversuch misslang: Eine Rippe des Opfers bremste den Bolzenschuss, so dass keine lebenswichtigen Organe verletzt wurden. Der Verurteilte versuchte nach der Tat, mit dem Auto zu flüchten. Er fuhr aber gegen einen Baum. Der 43-Jährige stand unter Einfluss von Alkohol und Medikamenten. Die Polizei fand die Armbrust im Kofferraum.

Vor Gericht gestand der Mann die Tat. Er bestritt jedoch, aus Eifersucht gehandelt zu haben. Er habe die Armbrust zufällig im Auto gehabt, als ein Streit mit dem Nebenbuhler eskalierte. Nach Überzeugung des Gerichts hat er allerdings vorsätzlich gehandelt.

Mann soll aus Wut über Trennung gehandelt haben

Der 43-Jährige hatte vor der Tat probeweise mit der Armbrust geschossen. Er habe aus Wut über die Trennung von seiner Freundin gehandelt, so die Richter. Sie sehen außerdem das Mordmerkmal der Heimtücke als verwirklicht an, weil der Verurteilte sein Opfer überrascht und die Armbrust verdeckt abgefeuert habe.

Der Mann ist nicht vorbestraft, das Opfer erlitt keine lebensbedrohlichen Verletzungen. Der 43-Jährige hatte die Tat schon zu Prozessbeginn eingeräumt und dem Nebenbuhler im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs 10.000 Euro überwiesen.