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Mordversuch an Ex-Freundin: Fall wird zum dritten Mal verhandelt | BR24

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Im Sommer 2016 soll ein Mann seine Ex-Freundin in Berchtesgaden beinahe zu Tode gewürgt haben. Fast vier Jahre nach der Tat wird der Fall nun schon zum dritten Mal verhandelt. Die ersten zwei Urteile gegen den Mann wurden aufgehoben.

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Mordversuch an Ex-Freundin: Fall wird zum dritten Mal verhandelt

Im Sommer 2016 soll ein Mann seine Ex-Freundin in Berchtesgaden beinahe zu Tode gewürgt haben. Fast vier Jahre nach der Tat wird der Fall nun schon zum dritten Mal verhandelt. Die ersten zwei Urteile gegen den Mann wurden aufgehoben.

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Vor dem Landgericht Passau hat der Prozess gegen einen 50 Jahre alten Mann begonnen. Ihm wird versuchter Mord vorgeworfen. Er soll im Sommer 2016 versucht haben, seine ehemalige Lebensgefährtin in deren Wohnung in Berchtesgaden zu töten. Die Frau hatte zuvor die Beziehung beendet. Bereits zum dritten Mal wird der Fall verhandelt, nachdem der Bundesgerichtshof zwei Urteile des Landgerichts Traunstein aufgehoben hatte.

Angeklagter entschuldigt sich

Fest steht: Weil nur der Angeklagte in Revision gegangen ist, darf das Urteil für ihn nicht schlechter ausfallen. Die Passauer Richter dürfen die bereits verhängte Haftstrafe von vier Jahren und fünf Monaten nicht erhöhen.

Zu Prozessbeginn ließ der Angeklagte über seinen Verteidiger den Tathergang schildern. Seine Ex-Freundin habe ihm nach der Trennung Geld geschuldet. Nach einem Streit am Telefon habe er sie zur Rede stellen wollen. Dabei habe er um sich geschlagen, sei wie in einem Tunnel gewesen und könne sich nicht mehr genau an den Tathergang erinnern. Dass er sie gewürgt habe, habe er erst bemerkt, als sich Nachbarn eingemischt hatten. In diesem Moment sei er "aufgewacht" und habe erschrocken die Hände zurückgezogen. Der Mann entschuldigte sich bei seiner Ex-Freundin.

Opfer leidet immer noch unter Schlaf- und Angststörungen

Der 50-Jährige ist seit einem Jahr auf freiem Fuß. Nachdem er zwei Jahre und fünf Monate in Untersuchungshaft gesessen hatte und immer noch kein rechtskräftiges Urteil gesprochen war, wurde er entlassen. Seitdem arbeitet er wieder und zahlt dem Opfer monatlich 250 Euro als Entschädigung.

Die Frau hingegen wurde von Polizeibeamten in den Gerichtssaal gebracht. Sie ließ sich in der Zwischenzeit offenbar selbst etwas zuschulden kommen und sitzt in der JVA München. Sie schilderte, wie sie der Angeklagte an den Haaren gezogen, zu Boden gedrückt und gewürgt hatte. Erst nachdem die Nachbarin massiv gegen den Mann vorgegangen war, ließ er von dem Opfer ab, erzählte sie. Sie leide auch heute noch unter Schlaf- und Angststörungen.

Urteil in einer Woche erwartet

In Traunstein wurde der Mann zunächst wegen versuchten Totschlags verurteilt, in dem zweiten Urteil wegen versuchten Mordes. Der Bundesgerichtshof kritisierte an den Traunsteiner Urteilen, dass nicht ausreichend geprüft worden sei, wie bewusst der Angeklagte von seinem Opfer abgelassen hatte, ob es also eventuell einen "wirksamen Rücktritt vom Versuch" gegeben habe. Laut der Obersten Richter müsse auch noch genau überprüft werden, ob das Mordmerkmal "Heimtücke" wirklich gegeben sei oder ob der Mann im Affekt gehandelt habe. Außerdem müsse dem Angeklagten zugutekommen, dass er die Frau monatlich mit 250 Euro entschädige.

Wie der Verteidiger des Angeklagten dem BR sagte, hoffe er auf eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung. Drei Verhandlungstage sind angesetzt. Das Urteil soll am 18. März gesprochen werden.

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