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Plädoyers im Mordprozess Sophia Lösche | BR24

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Im Prozess um den Fall der getöteten Tramperin Sophia aus Amberg werden heute vor dem Landgericht Bayreuth die Plädoyers erwartet. Neben Staatsanwaltschaft und Verteidigung sollen sich auch der Anwalt der Eltern und Sophias Bruder zu Wort melden.

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Plädoyers im Mordprozess Sophia Lösche

Im Prozess um den Fall der getöteten Tramperin Sophia aus Amberg haben vor dem Landgericht Bayreuth die Plädoyers begonnen. Neben Staatsanwaltschaft und Verteidigung sollen sich auch der Anwalt der Eltern und Sophias Bruder zu Wort melden.

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War es Affekt oder Absicht, Totschlag oder Mord? War das Verbergen einer sexuellen Straftat oder einer Körperverletzung das Motiv? Viele Fragen sind im Prozess um die getötete Tramperin Sophia Lösche offen. Die Plädoyers heute werden deshalb vermutlich sehr unterschiedlich ausfallen. Staatsanwaltschaft, der Anwalt der Eltern, der Bruder Sophias und der Verteidiger des angeklagten Fernfahrers werden sich dazu vor dem Landgericht Bayreuth äußern, wie ein Pressesprecher des Landgerichts mitteilte.

Sophias Leiche in Nordspanien gefunden

Vor Gericht muss sich ein 42 Jahre alter Lkw-Fahrer aus Marokko wegen Mordes verantworten. Er soll die 28-jährige Tramperin Sophia Lösche im Sommer des vergangenen Jahres an einem Parkplatz an der A9 in Sachsen mitgenommen haben. Sie wollte von ihrem Studienort Leipzig zu ihrer Familie nach Amberg in der Oberpfalz reisen. Ihre teils verbrannte Leiche wurde Tage später in einem Straßengraben in Nordspanien gefunden. Laut Anklage soll der 42-Jährige sie auf dem Weg – möglicherweise in Oberfranken am Parkplatz Sperbes – getötet haben, um eine zuvor begangene sexuelle Straftat zu verdecken.

Geständnis zu Prozessauftakt

"Diese Arbeitshypothese der Staatsanwaltschaft hat sich nicht ganz so bestätigt“, sagte ein Gerichtssprecher. Für einen sexuellen Übergriff gab es bislang keine konkreten Beweise. Auch der Angeklagte bestritt bis zuletzt eine sexuelle Straftat. Unklar ist somit, worauf die Staatsanwaltschaft nun plädieren wird. Der Angeklagte hatte bereits zu Prozessauftakt gestanden, dass er die Studentin noch am Abend der Fahrt im Streit um einen vermeintlichen Diebstahl mit einem Radmutterschlüssel erschlagen habe.

Mord zur Verdeckung einer Körperverletzung?

Er sagte vor Gericht auch aus, dass er nach einer zehnminütigen Pause erneut auf die Studentin eingeschlagen habe. Er sei erschrocken, weil sie den Kopf gehoben und nach ihm gegriffen habe, so der Angeklagte. Das Schwurgericht wies während des Prozesses darauf hin, dass dies auch eine Mordtat zur Verdeckung einer zuvor begangenen gefährlichen Körperverletzung sein könnte. "Ich bin gespannt, ob sich die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer dem Gericht anschließt“, sagte der Gerichtssprecher.

Gutachten: Aggressionsbereitschaft beim Angeklagten

Zum Todeszeitpunkt Sophias gibt es laut Obduktionsergebnis nur grobe Schätzungen. Gutachten belegen: Der Angeklagte habe in keiner Ausnahmesituation gehandelt und müsse sich für seine Tat verantworten. Bei dem vierfachen Familienvater wurde eine erhöhte Erregbarkeit, Aggressionsbereitschaft und Impulsivität festgestellt. Das Urteil in dem Indizienprozess soll am Mittwoch kommende Woche in Bayreuth fallen.