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Millionen-Belohnung im Mordfall Simone Strobel | BR24

© Jürgen Gläser/BR-Mainfranken

Über 15 Jahre nach dem Mord an Simone Strobel aus Rieden hat die australische Polizei jetzt eine Million Dollar Belohnung für Hinweise ausgesetzt. Die Unterfränkin war in Australien einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen.

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Millionen-Belohnung im Mordfall Simone Strobel

Über 15 Jahre nach dem Mord an Simone Strobel aus Rieden hat die australische Polizei jetzt eine Million Dollar Belohnung für Hinweise ausgesetzt. Die Unterfränkin war in Australien einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen.

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Die australische Polizei hofft mit einer Belohnung von einer Million australischer Dollar auf neue Hinweise im Mordfall Simone Strobel. Die damals 25-jährige Rucksacktouristin aus dem unterfränkischen Rieden war zuletzt lebend am 11. Februar 2005 auf einem Camping Platz in Lismore gesehen worden. Dort hatte sie sich mit ihren drei Begleitern aufgehalten. Sechs Tage später fand man ihren Leichnam in unmittelbarer Nähe des Campingplatzes. Sie lag etwa hundert Meter entfernt, verscharrt unter Palmen.

Mordfall Simone Strobel – Polizei setzt auf die Höhe der Belohnung

Der Polizeichef für den zuständigen Distrikt Richmond, Scott Tanner, geht davon aus, dass Personen in Australien oder auch im Ausland entscheidende Informationen zurückhalten. Er setzt deshalb auf die attraktive Höhe der Belohnung in Höhe von umgerechnet etwa 600.000 Euro, die die Regierung des Distrikts New South Wales zur Verfügung gestellt hat.

Die Ermittler hätten über die letzten 15 Jahre unermüdlich Beweise ausgewertet und auch mit Zeugen gesprochen. Doch nun bräuchten sie die zusätzliche Hilfe der Öffentlichkeit. In einer Presseerklärung der australischen Ermittler betont er deshalb, dass die Belohnung sich ausdrücklich nicht nur an Australier richte, sondern auch für entscheidende Hinweise aus anderen Ländern gelte.

Hinweisnummer eingerichtet

Für Hinweisgeber aus Deutschland wurde - neben einem Kontakttelefon in Australien – bei der Kripo Würzburg ein kostenfreies deutschsprachiges Hinweistelefon unter Tel. 0800-7733744 eingerichtet.

Auf der Pressekonferenz in Australien führte Tanner dem Fernsehsender ABC zufolge aus: Ein Geldbetrag in dieser Höhe könne das Leben einer Person entscheidend verändern. Viel wichtiger sei ihm jedoch, dass ein entscheidender Hinweis endlich das Leben der Freunde und Familie von Simone Strobel verändern könnte. "Wir schulden es der Familie, diejenigen vor Gericht zu bringen, die für ihren Tod verantwortlich sind."

Hohe Belohnung: Eltern von Simone Strobel aufgewühlt und dankbar

Die Eltern von Simone, Gustav und Gabi Strobel, haben erst kurz zuvor von einem Polizeibeamten, der extra persönlich vorbeikam, von der hohen Belohnung erfahren. Auch sie setzen darauf, dass jetzt ein entscheidender Hinweis kommt: Es bedeute ihm sehr viel, sagt Vater Gustav Strobel zu BR24, dass der Fall nicht einfach zu den Akten gelegt wird. Simone habe in Australien solche Spuren hinterlassen, dass es so wichtig genommen wird, den Fall weiterhin zu verfolgen. Darüber sei er sehr dankbar.

Er hoffe, dass die hohe Belohnung nun den ein oder anderen dazu bewege, dass jetzt doch die Wahrheit ans Licht kommen könne. Denn darum ginge es ihm: "Zu erfahren, was ist mit unserer Tochter passiert, damit wir endlich mal zur Ruhe kommen."

Polizei durchsuchte Wohnung ihres Freundes

Als Hauptverdächtiger im Mordfall Simone Strobel galt über lange Zeit der damalige Freund der Unterfränkin. Vor drei Jahren war seine Wohnung im australischen Perth, wo er mit seiner australischen Ehefrau lebt, durchsucht worden. Es gab auch eine Razzia in einem Büro. Den Berichten von australischen Tageszeitungen zufolge war dort unter anderem der Briefwechsel mit seiner neuen Partnerin sichergestellt worden. Sie hatten sich offenbar über das Verschwinden von Simone Strobel am 11. Februar 2005 ausgetauscht. Die Durchsuchung ausgelöst hatte der Hauptverdächtige damals selbst: Er war gerichtlich gegen die Veröffentlichung des Buches einer australischen Autorin zum Tod von Simone Strobel vorgegangen, weil er sich dadurch verleumdet sah.

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