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Mordfall Ramona: Schweinfurter Kinderschänder erneut in Haft | BR24

© picture-alliance/dpa

Im Mordfall Ramona durchkämmen Polizisten im Winter ein Waldstück.

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Mordfall Ramona: Schweinfurter Kinderschänder erneut in Haft

Ein Mann, der in Unterfranken Mädchen sexuell missbraucht hat, gilt auch als Verdächtiger im Mordfall Ramona. In Untersuchungshaft sitzt der Kinderschänder nun aber, weil er Kontakt zu Mädchen gehabt und damit gegen Auflagen verstoßen haben soll.

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Ein Mann, der in Unterfranken, Brandenburg und Sachsen-Anhalt mehrere Mädchen missbraucht hat, sitzt wieder in Untersuchungshaft. Wegen Verstoßes gegen seine Bewährungsauflagen hat die Schweinfurter Staatsanwaltschaft in der vergangenen Woche erneut einen Haftbefehl gegen den 76-Jährigen Mann beantragt.

Sexualstraftäter 1999 verurteilt

Der Mann hatte vier Mädchen im Alter zwischen neun und zwölf Jahren vergewaltigt. Deshalb war er laut Oberstaatsanwältin Ursula Haderlein bereits 1999 in Schweinfurt wegen sexuellen Missbrauchs zu einer 15-jährigen Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Vor zwei Jahren war er unter strengen Auflagen freigekommen. Er gilt als rückfallgefährdet.

Verdächtig auch im Mordfall Ramona

Der Sexualstraftäter wird offenbar auch verdächtigt, vor 23 Jahren in Jena die zehnjährige Ramona ermordet zu haben. Der Mann saß in diesem Fall in Untersuchungshaft, war aber in der vergangenen Woche wieder freigelassen worden.

Nun hat die Staatsanwaltschaft Schweinfurt erneut einen Haftbefehl gegen den Mann beantragt. Er soll Kontakt zu Mädchen gehabt und damit gegen eine Bewährungsauflage verstoßen haben.

Ermittler stellen ihm eine Falle

Nach seiner Freilassung vor zwei Jahren hatten verdeckte Ermittler versucht, dem Mann eine Falle zu stellen und sich als Mitglieder eines internationalen Mädchenhändlerrings ausgegeben. Sie hatten ihm vorgetäuscht, einen Strohmann zu haben, der gegen Geld für den Mord an Ramona ins Gefängnis gehen würde. Der Strohmann bräuchte aber konkrete Informationen zur Tat. Der 76-Jährige begleitete die Ermittler zum mutmaßlichen Tatort. Dort versuchten die Ermittler, den Mann zu einer Art Tatrekonstruktion zu bewegen.

Mit dieser List, urteilte das Thüringer Landgericht Ende Juli, hätten die verdeckten Ermittler ihre Kompetenzen überschritten. Sämtliche Angaben des Verdächtigen dürften somit nicht als Beweis vor Gericht verwendet werden. Der Mann wurde daraufhin Ende Juli aus der Haft entlassen. Nur wenige Tage später wurde er durch den Haftbefehl aus Schweinfurt wegen Verstoßens gegen Bewährungsauflagen erneut in U-Haft gebracht.

Hintergrund: Mordfall Ramona

Die zehnjährige Ramona war Mitte August 1996 verschwunden. Im Januar 1997 wurden ihre sterblichen Überreste in einem Wald in Thüringen gefunden. Die Ende 2016 gegründete Soko Altfälle rollte den Fall neu auf, wobei der Mann erneut in den Fokus der Ermittlungen geriet. Der 76-Jährige hatte damals in der Nähe des Einkaufscenters in Jena gewohnt, bei dem Ramona zuletzt lebend gesehen worden war.