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Peggys Grabstein.
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Peggys Grabstein.

An Heiligabend hat das Bayreuther Amtsgericht den Tatverdächtigen im Fall Peggy aus der Haft entlassen. In einer soeben veröffentlichten Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und der oberfränkischen Polizei heißt es, dass im "Wege der Abhilfeentscheidung auf die Beschwerde des Beschuldigten hin" der Haftbefehl, der vom Ermittlungsrichter am 10. Dezember erlassen worden war, aufgehoben wurde.

Kein dringender Tatverdacht mehr

Der 41-Jährige wurde bereits aus der Untersuchungshaft entlassen. Laut Amtsgericht liege kein dringender Tatverdacht mehr vor, nachdem Manuel S. sein Teilgeständnis widerrufen habe. Dies könne nun nicht mehr gegen ihn verwendet werden.

Die Spuren am Fundort der sterblichen Überreste von Peggy begründen zwar den Verdacht, dass der 41-Jährige am Wegschaffen der Leiche beteiligt war – nicht aber den Verdacht, dass er an der Tötung des Kindes beteiligt war, heißt es weiter. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth wird die Begründung des Beschlusses und die Rechtslage eingehend überprüfen und entscheiden, ob eine Beschwerde gegen den Beschluss einzulegen sein wird.

Spuren am Fundort kein Beweis

Der 41-jährige Manuel S. hatte bei seiner Vernehmung im September zugegeben, die Leiche Peggys  in einem Waldstück bei Rodacherbrunn abgelegt zu haben. Die Ermittlungsbehörden und der Ermittlungsrichter gehen von einem Mord an Peggy im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit ihrem Verschwinden am 7. Mai 2001 aus.

Der Haftbefehl gegen Manuel S. wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft am 10. Dezember 2018 vom zuständigen Ermittlungsrichter am Amtsgericht Bayreuth erlassen. Der Verteidiger von Manuel S. hatte am Donnerstag Beschwerde gegen den Haftbefehl beim Amtsgericht Bayreuth eingereicht.

Die neunjährige Peggy war 2001 auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Im Juli 2016 wurden Teile ihres Skeletts in einem Wald bei Rodacherbrunn im thüringischen Saale-Orla-Kreis gefunden, knapp 20 Kilometer von Peggys Heimatort Lichtenberg in Bayern entfernt.