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"Mordfall Mezgin": Prozessauftakt in Aschaffenburg gegen Vater | BR24

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Bildrechte: BR / Carol Lupu

Der Angeklagte wird in den Gerichtsaal gebracht. Der Prozess findet wegen Corona im Ridinger Saal im Aschaffenburger Schloss statt.

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    "Mordfall Mezgin": Prozessauftakt in Aschaffenburg gegen Vater

    Im Mai 2017 wird die Schülerin Mezgin N. in Aschaffenburg als vermisst gemeldet. Mehr als ein Jahr später finden Spaziergänger ihr Skelett in einem Wald in Haibach. Der Verdacht fällt schnell auf ihren Vater. Am Donnerstag startet der Prozess.

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    Von
    • Barbara Ecke

    Er soll seine Tochter ermordet haben. Deswegen muss sich ab heute ein 46-Jähriger Mann aus Syrien vor dem Landgericht Aschaffenburg verantworten. Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die 16-jährige Mezgin galt seit Anfang Mai 2017 als vermisst, als sie von der Berufsschule in Aschaffenburg nicht mehr nach Hause kam. Es folgte eine große Suchaktion, auch Taucher waren im Main im Einsatz. Im Dezember 2018 fanden Spaziergänger ihre Leiche. Der Vater hatte sich in der Zwischenzeit offenbar in die Türkei abgesetzt und wurde erst vergangenen Oktober von der Polizei nach Deutschland ausgeliefert.

    Vater soll Lebenswandel seiner Tochter gestört haben

    Der Angeklagte war mit seiner Familie aus Syrien geflüchtet und 2015 in den Landkreis Aschaffenburg gekommen. Gemeinsam lebten sie zuletzt in Goldbach bei Aschaffenburg. Dort fand die Tochter einen sieben Jahre älteren Freund. Das soll dem Angeklagten Hashem N. nicht gepasst haben. Die Staatsanwaltschaft führt als Motiv an, dem Vater habe der Lebenswandel der Tochter nicht zugesagt. Mit dem Mord habe er seine Ehre vermeintlich wiederherstellen wollen.

    Messerattacke auf Freund der Tochter in Aschaffenburg

    Der Angeklagte Hashem N. muss sich außerdem für den versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung am Freund seiner Tochter verantworten. Einen Monat nach der Tötung der 16-Jährigen soll er deren Freund im Aschaffenburger Floßhafen mit einem Messer lebensgefährlich am Hals verletzt haben, so die Staatsanwaltschaft. Der 23-Jährige überlebte den Angriff nur knapp. Nach der Attacke auf den Freund seiner Tochter im Juni 2017 verschwand Hashem N. Nach ihm wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht. Erst im Oktober vergangenen Jahres wurde er von der Türkei nach Aschaffenburg ausgeliefert und sitzt seither in Untersuchungshaft.

    Vater schon vorher gewalttätig gegen eigene Tochter

    Der Angeklagte Hashem N. ist bereits polizeilich bekannt. Wegen Körperverletzung und Bedrohung seiner Tochter im Jahr 2016 war er schon zu einer neunmonatigen Haftstrafe verurteilt worden, trat diese aber nie an. Für den Prozess am Landgericht Aschaffenburg sind 14 Verhandlungstermine angesetzt. Laut Gerichtssprecher Ingo Krist sind 32 Zeugen geladen, außerdem zwei Sachverständige. Das Urteil wird am 23. April erwartet. Um einen coronakonformen Prozess zu ermöglichen, wird im Schloss Johannisburg im Ridinger Saal verhandelt.

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