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Mordfall Maria Baumer: Lebenslange Haftstrafe für Verlobten | BR24

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Es war einer der spektakulärsten Kriminalfälle in Bayern: das Verschwinden und der Mord an Maria Baumer vor 8 Jahren. Das Landgericht Regensburg hat nun das Urteil gefällt.

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Mordfall Maria Baumer: Lebenslange Haftstrafe für Verlobten

Lebenslänglich! Mit diesem Urteil ist nach drei Monaten der Indizienprozess im Mordfall Maria Baumer zu Ende gegangen. Angeklagt war der Verlobte des Opfers. Er verfolgte das Urteil vor dem Regensburger Landgericht regungslos.

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Im Prozess um den Tod von Maria Baumer ist der Angeklagte am Landgericht Regensburg am Dienstag wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest.

Angeklagter zeigt keine Regung beim Urteilsspruch

Ruhig und fast regungslos hörte sich der Angeklagte den Richterspruch an. Mit seinem Urteil folgte das Regensburger Schwurgericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte einen Freispruch gefordert. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Einer der Verteidiger kündigte an, in Revision gehen zu wollen.

Der heute 36-Jährige soll seine Verlobte im Jahr 2012 mit Medikamenten getötet und ihre Leiche dann in einem Wald im Landkreis Regensburg vergraben haben. Der Angeklagte habe heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen gehandelt. Damit seien zwei Mordmerkmale erfüllt, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Der Krankenpfleger habe seine Verlobte beseitigen wollte, um frei zu sein für eine neue Beziehung mit einer Patientin

Baumer war KLJB-Vorsitzende und wollte heiraten

Maria Baumer aus Muschenried im Landkreis Schwandorf war im Mai 2012 verschwunden. Kurz zuvor war die damals 26-Jährige zur Landesvorsitzenden der Katholischen Landjugend (KLJB), einem der größten Jugendverbände Bayerns gewählt worden. Und sie stand kurz vor der Hochzeit mit dem Angeklagten. Ihre Eltern und Geschwister traten in dem Prozess als Nebenkläger auf.

Angeklagter bestritt Tötung seiner Verlobten

Im Laufe des Indizienprozesses hatte der Angeklagte zuletzt zwar eingeräumt, die Leiche beseitigt zu haben. Die Tötung der Frau stritt er aber ab. Er behauptete vielmehr, Baumer habe die Medikamente selbst eingenommen. Aus Panik habe er dann die Leiche verschwinden lassen und seine Verlobte als vermisst gemeldet.

Viele offene Fragen

Das Gericht hingegen sieht es als erwiesen an, dass der Angeklagte seine Verlobte gewaltsam getötet hat. Der Mann habe seine Verlobte mit Medikamenten betäubt, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Sollte Maria Baumer zu diesem Zeitpunkt noch gelebt haben, sei es sogar möglich, dass der Angeklagte sie erwürgt habe. Das sei aber nicht mehr nachweisbar.

Der Fall Baumer hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Er war vor acht Jahren auch in der TV-Sendung "Aktenzeichen xy ... ungelöst" Thema. Damals galt er noch als Vermisstenfall. Der Verlobte trat bei Moderator Rudi Cerne auf und bat um Hinweise auf den Aufenthaltsort seiner Verlobten - die er selbst bereits im Wald vergraben hatte.

Lange Schlange vor dem Gerichtsgebäude

Entsprechend groß war das Publikumsinteresse während des rund drei Monate währenden Prozesses. Am Tag des Urteils hatte sich bereits Stunden vor Verhandlungsbeginn eine lange Schlange von Neugierigen vor dem Regensburger Landgericht gebildet.

© BR/Andreas Wenleder

Bereits Stunden vor Verhandlungsbeginn hatte sich eine lange Schlange von Neugierigen vor dem Regensburger Landgericht gebildet.

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