Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Morddrohung gegen Siemens-Chef Kaeser wird "sehr ernst" genommen | BR24

© BR

Nach der Morddrohung gegen Siemens-Chef Joe Kaeser äußern sich Staatsanwaltschaft und Polizei gegenüber dem BR. Demnach nehmen sie die Drohung "sehr ernst". Dem Manager sei per E-Mail gedroht worden, "der nächste Lübcke" zu werden.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Morddrohung gegen Siemens-Chef Kaeser wird "sehr ernst" genommen

Nach der Morddrohung gegen Siemens-Chef Joe Kaeser äußern sich Staatsanwaltschaft und Polizei. Sie nehmen die Drohung gegen den Niederbayern "sehr ernst". Auch Kaeser selbst hat sich jetzt zu Wort gemeldet.

Per Mail sharen

Die Staatsanwaltschaft Deggendorf und das Polizeipräsidium Niederbayern nehmen die aktuelle Morddrohung, die per Mail an Siemens-Chef Joe Kaeser gegangen ist, "sehr ernst". Das sagte der stellvertretende Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Deggendorf, Oliver Baumgartner, heute dem BR.

Bezug zum Fall Lübcke

Die Mail nimmt konkret Bezug auf den Fall des vor kurzem erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, bestätigte die Staatsanwaltschaft. Man gehe von einem deutlich rechtsradikalen Hintergrund aus und ermittle intensiv. Die Mail sei von einer Adresse mit der Kennung "adolf.hitler@nsdap.de" abgeschickt worden, die die Sicherheitsbehörden aus einem anderen Fall kennen.

Die Absenderadresse der Mail ist den Sicherheitsbehörden aus einem anderen Fall bekannt. Das LKA habe aber darauf hingewiesen, dass der Mail-Domain-Server gekapert worden sein könnte. Es sei schwierig, den tatsächlichen Absender zu ermitteln - wie inzwischen generell bei Mails dieser Art. Es gebe im Internet Anonymisierungsdienste und auch Angebote, solche Mails aus dem Ausland zu verschicken, um die tatsächliche Herkunft zu verschleiern.

Kaeser äußert sich auf Twitter

Joe Kaeser hat die Morddrohung aus mutmaßlich rechtsextremen Kreisen gegen sich öffentlich gemacht. Über Twitter verbreitete der 62-Jährige die Abbildung einer Mail. Dazu schrieb der Konzernchef, er sehe darin "Anzeichen, dass sogar in der Hölle die Digitalisierung Einzug gehalten hat: Der Teufel hat jetzt auch E-Mail".

"Meine Botschaft zurück: #neverforget #NieWieder #NazisRaus" Joe Kaeser über Twitter

Mehrere Drohmails in der Vergangenheit

Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass der Siemens-Chef schon in der Vergangenheit verschiedene Drohmails erhalten hat, die auch immer bei der Polizei angezeigt wurden. Bisher konnte aber nie ein Täter ermittelt werden. Die aktuelle Mail sei aber inhaltlich schwerwiegender.

Polizei nimmt Drohung sehr ernst

Auch die Polizei nimmt die Drohung gegen Joe Kaeser sehr ernst. Man habe eine Gefährdungseinschätzung gemacht, sagte heute ein Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern. Danach seien entsprechende Polizeimaßnahmen eingeleitet worden. Details will die Polizei dazu aus Sicherheitsgründen nicht nennen.