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Morddrohung gegen Joe Kaeser: Ermittlungen eingestellt | BR24

© BR/Sarah Beham

Die Ermittlungen nach einer Morddrohung gegen Siemens-Chef Joe Kaeser sind eingestellt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Deggendorf gab es zwar eine Spur, doch entscheidende Informationen gingen zu früh verloren - aus Datenschutzgründen.

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Morddrohung gegen Joe Kaeser: Ermittlungen eingestellt

Die Ermittlungen nach einer Morddrohung gegen Siemens-Chef Joe Kaeser sind eingestellt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Deggendorf gab es zwar eine Spur, doch entscheidende Informationen gingen zu früh verloren - aus Datenschutzgründen.

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Nach einer Morddrohung gegen Siemens-Chef Joe Kaeser hat die Staatsanwaltschaft Deggendorf die Ermittlungen eingestellt. Das bestätigte der leitende Oberstaatsanwalt aus Deggendorf, Rudolf Helmhagen, dem Bayerischen Rundfunk.

Im Juli hatte der Siemens-Chef per Mail eine Morddrohung aus mutmaßlich rechtsextremen Kreisen erhalten. Wie Helmhagen sagte, führten Spuren zunächst zu einem Server in Tschechien. In Zusammenarbeit mit den dortigen Behörden konnten zwar in der Folge ein deutscher Mobilfunkanschluss und eine dynamische IP-Adresse ermittelt werden. Allerdings wären dann konkretere Daten notwendig gewesen, um die Autoren der Morddrohung festzustellen. Doch diese seien beim Mobilfunkanbieter bereits gelöscht gewesen, hieß es.

Oberstaatsanwalt kritisiert Datenschutzregelungen

In diesem Zusammenhang bedauert es der Oberstaatsanwalt sehr, dass aufgrund der Regelungen im Rahmen von Datenschutz eine längerfristige Speicherung der Daten nicht möglich war. Es wäre wichtig, dass die Strafverfolgung gegenüber dem Datenschutz Vorrang habe oder der Staatsanwaltschaft wirksamere Instrumente an die Hand gegeben würden, erklärte er.

Drohung an Kaeser: "Der nächste Lübcke"

In der Morddrohung war dem Manager gedroht worden, "der nächste Lübcke" zu werden. Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war Anfang Juni durch einen Kopfschuss getötet worden.

Die Droh-Post vom Absender adolf.hitler@nsdap.de hatte Kaeser auf Twitter veröffentlicht.