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Mord vor 40 Jahren: Angeklagter bestreitet die Tat | BR24

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Im Prozess gegen einen 57-Jährigen, der vor 40 Jahren ein 15-jähriges Mädchen ermordet haben soll, hat der Angeklagte die Tat bestritten. Das teilte ein Gerichtssprecher mit, weil der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet.

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Mord vor 40 Jahren: Angeklagter bestreitet die Tat

Im Prozess gegen einen 57-Jährigen, der vor 40 Jahren ein 15-jähriges Mädchen ermordet haben soll, hat der Angeklagte die Tat bestritten. Das teilte ein Gerichtssprecher mit, weil der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet.

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Wie es in der Anklageschrift heißt, soll der heute 57 Jahre alte Angeklagte im Dezember 1979 die 15-jährige Christiane J. im Aschaffenburger Schlosspark erwürgt und sie anschließend eine 15 Meter hohe Parkmauer hinabgestoßen haben. Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte danach einen Abhang hinuntergeklettert sein und mit einem rund 90 Zentimeter langen Kantholz erneut auf sein Opfer eingeschlagen haben.

Angeklagter entschuldigt Aussage mit "Wichtigtuerei"

Zum Prozessauftakt gab der Angeklagte an, kaum Erinnerungen an den 18. Dezember 1979 zu haben. Die Tatsache, dass er damals bei Befragungen der Polizei falsche Angaben machte, erklärte er mit Wichtigtuerei. "Er wollte sich gegenüber Freunden, gegenüber seiner Clique, wo er wohl Außenseiter war, profilieren, wichtig machen", erklärte Gerichtssprecher Krist. Bei seiner zweiten polizeilichen Vernehmung habe er dann die richtigen Angaben gemacht. Konkret habe er behauptet, dass er Christiane J. zu einem Steno-Kurs begleitet habe. Tatsächlich habe er Christiane J. an besagtem Abend aber weder getroffen noch begleitet. Christiane J. wurde im Schlosspark erwürgt. Ihre nackte Leiche wurde unterhalb der Schlossmauer gefunden.

Gewürgt, aber dann von ihr abgelassen

Krist zufolge gab der Angeklagte außerdem zu, sich vorher schon einmal mit einem Mädchen im Schlosspark habe einschließen lassen. Es sei zu sexuellen Handlungen gekommen. Er gab auch zu, das Mädchen gewürgt, dann aber sofort von ihr abgelassen zu haben, so der Gerichtssprecher weiter. Auch das hatte die Beamten damals wohl stutzig gemacht. Am Vormittag ist außerdem die Ehefrau des Angeklagten gehört worden. Dabei ging es Krist zufolge aber lediglich um den Abgleich personenbezogener Daten.

40 Zeugen in zehn Tagen

Am Nachmittag wird die Aussage eines Kripo-Beamten erwartet. Er ist Mitglied der Ermittlungskommission Altfälle, die 2017 in Aschaffenburg gegründet wurde. Ihr war bereits gelungen, einen 30 Jahre zurückliegenden versuchten Sexualmord am Hasenkopf aufzuklären. Damals brachten neu ausgewertete DNA-Spuren die Ermittler auf eine heiße Spur. Das war diesmal nicht der Fall, betonte der Gerichtssprecher. Eine Bissspur an der Brust des Opfers sei dem Gebiss des Angeklagten zugeordnet worden.

Gerichtssprecher informiert die Medienvertreter

Der Indizienprozess findet gemäß dem Jugendstrafrecht unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da der mutmaßliche Täter zur Tatzeit 17 Jahre alt war. Deshalb informiert ein Gerichtssprecher die Medienvertreter über den Fortlauf des Verfahrens. Insgesamt sind zehn Verhandlungstage angesetzt. 40 Zeugen sollen gehört werden.

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Vor 40 Jahren wurde die damals 15-jährige Christiane J. am Rande des Aschaffenburger Weihnachtsmarkt ermordet. Nun gelang den Ermittlern der Durchbruch und der mutmaßliche Täter steht vor Gericht.

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Unter Ausschluss der Öffentlichkeit startet der Prozess im Fall eines bislang unaufgeklärten Mordes an einer 15-Jährigen von vor 40 Jahren. Der mutmaßliche Täter ist heute 57 Jahre alt. Zur Tatzeit war er erst 17.

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Seit dem Morgen läuft am Landgericht Aschaffenburg der Prozess gegen einen 57-Jährigen, der vor 40 Jahren ein 15-jähriges Mädchen ermordet haben soll. Aussagen werden heute nicht nur ein Ermittler, sondern auch die Ehefrau des Angeklagten.

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Nach dem Stenokurs in der Kolpingschule wollte die junge Frau wohl Richtung Damm. Gefunden wurde sie aber unterhalb des Frühstückstempels.