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Mord-Prozess wegen Autorennen: Raser bedauert Tod des Opfers | BR24

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Ein 21-Jähriger steht wegen Mordes vor dem Landgericht in Hof. Anfang Februar hatte er bei einem illegalen Autorennen durch die Innenstadt in Selb einen 19-jährigen Fußgänger totgefahren.

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Mord-Prozess wegen Autorennen: Raser bedauert Tod des Opfers

Im Mordprozess wegen Raserei hat der Angeklagte beim Prozess-Auftakt vor dem Landgericht Hof den Tod eines 19-jährigen Fußgängers bedauert. Unter Tränen bat der 21-Jährige um Verzeihung. Bewusstes Rasen bestritt er.

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Im Mordprozess wegen eines Autorennens in Selb hat der 21 Jahre alte Angeklagte zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Hof den Tod eines 19-jährigen Fußgängers bedauert. Unter Tränen bat der junge Mann aus dem Landkreis Wunsiedel beim Verlesen einer Erklärung die Eltern des Unfallopfers um Verzeihung. Gleichzeitig betonte er, dass er am 6. Februar 2020 in der Innenstadt von Selb kein Rennen gefahren sei.

Autofahrer rast durch die Innenstadt von Selb

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zuerst mit teilweise bis zu 100 Stundenkilometer mit einem zweiten Autofahrer durch die Stadt gerast zu sein. Nach Ende dieses illegalen Rennens sei er bewusst noch einmal mit "höchstmöglicher Geschwindigkeit" an der Fußgänger-Gruppe vorbeigefahren, um den Menschen zu imponieren. Dabei erfasste er den 19-Jährigen aus dem Landkreis Kulmbach. Der junge Mann wurde 30 Meter durch die Luft geschleudert und starb noch an der Unfallstelle.

Verteidiger: Kein Vergleich zu Berliner Raser-Prozess

Verteidiger Klaus Wittmann widerspricht der Auffassung der Staatsanwaltschaft vehement. In einer Prozesspause betonte er im BR-Gespräch, dass dieser Fall mit Raser-Prozessen wie zum Beispiel in Berlin nicht vergleichbar sei. Nach der bisherigen Aktenlage seien auch keine Mord-Merkmale zu erkennen, so Wittmann.

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Der Angeklagte im Raser-Prozess hat am Landgericht Hof seine Tat bedauert. Sein Verteidiger sieht jedoch keine Mord-Merkmale.

13 Verhandlungstage angesetzt

Der Prozess vor dem Landgericht Hof begann heute unter großem Medieninteresse. Bis Mitte Oktober sind 13 Verhandlungstage angesetzt. Ob bei dem 21-Jährigen Jugendstrafrecht oder Erwachsenenrecht angewendet wird, entscheidet die Jugendkammer des Landgerichts erst im Laufe des Verfahrens.

21-Jährigem droht lebenslange Haft

Im Fall von Mord sieht das Jugendstrafrecht eine Strafe von zehn bis 15 Jahren vor, das Erwachsenenstrafrecht lebenslange Haft. Der Bundesgerichtshof hatte im Juni das Mord-Urteil gegen einen Raser aus Berlin bestätigt. Es hat in diesem Zusammenhang aber auch betont, dass nicht jedes tödliche Autorennen zu einem Mord-Prozess führe.

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Ein 21 Jahre alter Mann muss sich vor dem Landgericht Hof verantworten. Ihm wird vorgeworfen, nach einem illegalen Autorennen einen 19-Jährigen mit dem Auto erfasst und getötet zu haben.

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