BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR/Kathrin Unverdorben

Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Regensburg hat der Angeklagte in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung gestanden, seine Frau erstochen zu haben. Vorausgegangen sei ein Streit wegen Eifersucht. Einen Mord bestritt der heute 56-Jährige.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Mord aus Eifersucht: Angeklagter gesteht Tötung seiner Frau

Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Regensburg hat der Angeklagte in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung gestanden, seine Frau erstochen zu haben. Vorausgegangen sei ein Streit wegen Eifersucht. Einen Mord bestritt der heute 56-Jährige.

Per Mail sharen
Von
  • Kathrin Unverdorben
  • BR24 Redaktion

Im Mordprozess vor dem Regensburger Landgericht hat der Angeklagte zum Prozessbeginn die Tötung seiner Ehefrau zugegeben. Aus einer Erklärung, die sein Anwalt vortrug, geht hervor, dass der 56-Jährige seine Frau im Oktober vorigen Jahres in der gemeinsamen Wohnung in Regensburg mit einem Küchenmesser erstochen hat. Einer Mordabsicht widersprach er jedoch.

Angeklagter habe "Angst vor Schmach und Schande" gehabt

Als Motiv nannte der Mazedonier, der seit 28 Jahren in Deutschland lebt, seine Angst vor "Schmach und Schande" seinen Freunden gegenüber, wenn er nach so vielen Jahren die Ehe beenden würde. Zumal er dann die gemeinsame Wohnung hätte verlassen müssen. Ihm sei bewusst gewesen, dass seine Eifersucht schon öfter gewalttätige Ausbrüche zur Folge hatte, weswegen er bereits einige Zeit der Wohnung verwiesen worden war. Jedoch wollte er sich bessern. Nach der Rückkehr in die eheliche Wohnung habe er versucht, ein guter Vater und Ehemann zu sein. "Er versuchte, seine Eifersucht in Grenzen zu halten", so der Strafverteidiger.

Ehemann greift nach einem Küchenmesser

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Wie aus der Anklage hervorgeht, soll der Tat ein heftiger Streit vorausgegangen sein. Eine unbekannte Telefonnummer auf dem Handy der Frau sei die Ursache dafür gewesen. Der Beschuldigte habe einen anderen Mann dahinter vermutet. Ohne zu prüfen, wem die Nummer gehört, geriet er wohl in Rage. Der Streit eskalierte, was der 56-Jährige laut seinem Anwalt mit den Worten beschreibt: "Das Blut ist gestiegen." Schließlich griff der gelernte Koch in die Küchenschublade und holte ein Messer mit einer neun Zentimeter langen Klinge heraus, heißt es weiter. Er wisse noch, dass er auf ihren Hals eingestochen hatte, danach ende seine Erinnerung. Es sei "wie im Film" gewesen.

Auf dem Küchenboden verblutet

Die 47-jährige Frau verblutete auf dem Küchenboden. Nach der Tat habe der Mann Medikamente genommen, um sich umzubringen. Er rief seine Geschwister an und habe sich verabschieden wollen. Dann ging er "benommen" zur Polizei und stellte sich, so die Erklärung.

Die Ermittlungen der Polizei ergaben im Nachhinein, dass die unbekannte Telefonnummer die neue Nummer des Bruders der Getöteten war. Er wollte lediglich seine Schwester erreichen.

Der Prozess am Landgericht Regensburg dauert noch vier weitere Tage. Kommende Woche sollen Familienangehörige der Eheleute aussagen. Ein Urteil ist Anfang August geplant.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!