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Mord an Ehefrau: Zwei Männer zu lebenslänglich verurteilt | BR24

© picture-alliance/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Das Landgericht Memmingen

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Mord an Ehefrau: Zwei Männer zu lebenslänglich verurteilt

Die Richter sehen es als heimtückischen Mord an: Weil sich seine Ehefrau von ihm scheiden lassen wollte, erwürgte der Mann sie gemeinsam mit seinem Bruder und verscharrte die Leiche. Dafür müssen die beiden jetzt lebenslänglich ins Gefängnis.

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Es war ein grausames Verbrechen, das im Herbst 2017 in Memmingerberg ans Licht kam: Eine Leiche, verscharrt in einem Sickerschacht, unter mehreren Tonnen Sand. Die Täter, der Ehemann und der Schwager, müssen dafür jetzt lebenslang ins Gefängnis. Bei der Gerichtsverhandlung in Memmingen kamen die gewalttätigen Details des Verbrechens zur Sprache.

Täter akzeptiert die Scheidung nicht

Der 51-Jährige Hauptangeklagte war der Ehemann der Frau, sie wollte sich allerdings von ihm scheiden lassen. Die Frau war im Alter von 16 Jahren verheiratet worden, das Paar hatte drei Kinder. Nach Deutschland kam die aus Syrien stammende Familie schon vor vielen Jahren. Doch dann hatte die 35-Jährige eine Beziehung zu einem anderen Mann und wollte die Kinder zu sich nehmen. Das wollte der 51-Jährige nicht akzeptieren, er sah durch den möglichen Verlust seiner Söhne sein Lebenswerk zerstört.

Leiche vergraben

Zusammen mit seinem 60 Jahre alten Bruder lockte er seine Frau in eine Falle auf ein verlassenes Gelände. Die Männer erdrosselten die Frau mit einem Kabelbinder und begruben sie in einem sechs Meter tiefen Sickerschacht in Memmingerberg, den sie mit Sand auffüllten, um die Tat zu vertuschen.

Familien-Patriarch veranlasste die Tat

Darin sah die Staatsanwaltschaft den Tatbestand des heimtückischen Mordes, und im Fall des Bruders sogar die besondere Schwere der Schuld. Damit ist keine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren möglich. Er habe wie ein Familienoberhaupt agiert, sich in die Ehe seines Bruders eingemischt und diesen letztlich zur Tat veranlasst. Während des Prozesses schwieg er zu den Vorwürfen, im Gegensatz zum Ehemann der Frau: Der hatte den Mord zwar gestanden, aber bestritten, dass das Verbrechen geplant war.

Kein "Ehrenmord"

Die Verteidigung hatte auf Totschlag plädiert, das Landgericht sah den heimtückischen Mord an der Frau allerdings als erwiesen an. Der Prozess hatte sich über Monate hingezogen, weil der Tatverlauf und die Rolle der einzelnen Täter erst mühevoll rekonstruiert werden mussten. Es habe sich allerdings nicht um einen sogenannten Ehrenmord gehandelt, betonte das Gericht. Die Familie der Angeklagten sei durch die Tat zerstört, von einer Rehabilitierung könne nicht die Rede sein.