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Bildrechte: Navis

Die Ehrenamtlichen des Moosburger Vereins "Navis" helfen normalerweise nach Katastrophen in Haiti, Mosambik oder Nepal. Doch diesmal sind sie auf einem Inlandseinsatz – im Überschwemmungsgebiet in Rheinland-Pfalz. Dort erleben sie dramatische Szenen.

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Moosburger Verein leistet Katastrophenhilfe in Rheinland-Pfalz

Die Ehrenamtlichen des Moosburger Vereins "Navis" helfen normalerweise nach Katastrophen in Haiti, Mosambik oder Nepal. Doch diesmal sind sie auf einem Inlandseinsatz – im Überschwemmungsgebiet in Rheinland-Pfalz. Dort erleben sie dramatische Szenen.

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Von
  • Susanne Hagenmaier

Tobias Venus hat wenig Zeit am Telefon, und die Verbindung bricht immer wieder ab. Dann dröhnt es durch die Leitung - und Venus muss schreien, um sich verständlich zu machen- Hinter ihm landet ein Hubschrauber. Venus steht in Ahrbrück im Landkreis Ahrweiler, der Region in Rheinland-Pfalz, die mit am schlimmsten getroffen wurde von den Hochwassern und Überflutungen der vergangenen Woche.

Schnelle Hilfe und viel Unterstützung

Tobias Venus aus Berglern leitet den Einsatz der 13 Ehrenamtlichen vom Moosburger Verein "Navis". Am Samstag bekam der Verein die offizielle Anfrage, und bereits am Sonntag machten sich die Helfer auf den Weg. Zwei Lastwagen hatten sie mit Material beladen, darunter zwei Wasseraufbereitungsanlagen, die 5.000 Liter Flusswasser pro Stunde zu Trinkwasser aufbereiten können. Dazu kommen drei kleinere Anlagen, Notstromaggregate, Saugpumpen und Feuerwehrschläuche; das meiste bereitgestellt von knapp 40 Feuerwehren aus dem Landkreis Freising.

Die wichtigste Aufgabe: Trinkwasser herstellen

Die wichtigste Aufgabe für Venus und sein Team: Die Bewohner im Landkreis Ahrweiler mit Trinkwasser versorgen. "Hier hat es zum Teil das komplette Rohrleitungsnetz zerstört", schildert er am Telefon. Selbst die noch intakten Häuser seien deshalb von der Trinkwasserzufuhr abgeschnitten. Die Menschen, so Venus, stünden teils mit Eimern und Flaschen an Versorgungsstützpunkten Schlange, um Wasser zu bekommen.

"Wie auf den Philippinen"

Tobias Venus klingt erschüttert. Der erfahrene ehrenamtliche Helfer war schon in mehreren Katastrophengebieten und sagt: "Hier sieht es aus wie auf den Philippinen nach einer Überschwemmung. Aber es ist mitten in Deutschland." Und noch immer werden Tote geborgen. Am Montag sei er am Rande eines überfluteten Campingplatzes gestanden, als man dort ein totes Kleinkind gefunden habe.

Ein langer Einsatz

Eine Woche lang werden die Ehrenamtlichen im Landkreis Ahrweiler bleiben. Dann werden sie, so der derzeitige Plan, von acht weiteren Helfern von "Navis" abgelöst. Der Verein "Navis" wurde 2004 nach dem Tsunami im Indischen Ozean von Feuerwehrleuten der Münchner Flughafenfeuerwehr gegründet und finanziert sich komplett aus Spenden. Ihre Geräte werden die Ehrenamtlichen nach ihrem Einsatz nicht gleich wieder mit nach Hause bringen. So wie es aussieht, werden sie noch lange in Rheinland-Pfalz gebraucht.

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5000 Liter Trinkwasser in einem Schlauch

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Beim Installieren der Trinkwasseraufbereitungsanlage

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Einsatzcontainer von Navis

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Beladung eines Containers in Moosburg

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