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Moosbach feiert den falschen Eberhofer | BR24

© BR/Margit Ringer

Markus Schmid (rechts), der "falsche Eberhofer" und sein Kumpel Andre Hilburger hatten zum "Lewakasfest" eingeladen.

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    Moosbach feiert den falschen Eberhofer

    Weil er sich im Fasching als Filmpolizist Franz Eberhofer verkleidet hatte, ist Markus Schmid wegen Amtsanmaßung verurteilt worden: Jetzt hat er ein rauschendes Fest spendiert. Hunderte Moosbacher feierten den falschen Eberhofer.

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    Mehrere Hundert Besucher haben am Samstagabend in Moosbach im Landkreis Neustadt an der Waldbnaab ein "Lewakasfest" mit dem "falschen Eberhofer" Markus Schmid gefeiert. Der 24-Jährige ist bekannt geworden, weil er sich im Fasching als Dorfpolizist Franz Eberhofer aus den Eberhofer-Krimis von Rita Falk verkleidet hatte und dann wegen Amtsanmaßung verurteilt wurde. Die Geldstrafe von 450 Euro samt Verfahrenskosten übernahm das Filmteam um Schauspieler Sebastian Bezzel und Bestseller-Autorin Rita Falk.

    1.000 Gratis-Leberkässemmeln

    Nach gut zwei Stunden waren in der Turnhalle in Moosbach bereits über 1.000 gratis Leberkässemmeln verputzt. Zu Blasmusik und DJ-Musik feierten die Besucher ein zünftiges Fest. Markus Schmid als "falscher Eberhofer" und sein Kumpel Andre Hilburger als "Rudi Birkenberger" waren beliebte Motive für Selfies. Der Erlös aus den Getränken und aus Spenden geht an die Kinderkrebshilfe Nordoberpfalz und an die bayerische Polizeistiftung.

    Mit den vielen Besuchern hatte Markus Schmid – im echten Leben Postbote in Vohenstrauß – nicht gerechnet. "Das freut mich wahnsinnig", sagte der "falsche Eberhofer". Die ersten Tage nach der Anzeige der Polizei habe er sich noch geärgert, so Schmid. "Jetzt wo es diesen Wandel genommen hat, darf ich eigentlich schon froh sein, dass es so war", sagt er verschmitzt.

    Der echte Polizist kam nicht zur Party

    Der Polizist, der ihn im Weiberfasching aufgegriffen hatte, erschien übrigens nicht beim "Lewakasfest". "Ich hab‘ ihm eine Freimaß versprochen, weil er ist ja heute auch die Hauptperson mit, der wir das Fest zu verdanken haben", sagte Schmid.

    Zum Weiberfasching Anfang März in Vohenstrauß hatten Schmid sich und sein Kumpel Andre Hilburger als Dorfpolizist Franz Eberhofer und Kumpan Rudi Birkenberger verkleidet. Dabei trug der 24-Jährige eine Polizeilederjacke, an der noch die so genannten Hoheitszeichen waren, also Staatswappen, Polizeiaufschrift und Schulterklappen. Die waren zunächst abgeklebt, der Klebestreifen löste sich aber im Lauf des Abends. Am frühen Morgen entdeckte den verkleideten Postboten ein echter Polizist und zeigte ihn wegen Amtsanmaßung an.

    © picture alliance / Geisler-Fotopress

    Das ist der echte Eberhofer: Schauspieler Sebastian Bezzel (li.) mit Simon Schwarz, der in den Eberhofer-Krimis den Rudi Birkenberger mimt.

    "Eberhofer-Familie" bezahlt die Strafe

    Einen Strafbefehl von 1.800 Euro der Staatsanwaltschaft Weiden akzeptierte Schmid nicht, daher verhandelte im September das Amtsgericht Weiden. Es milderte die Geldstrafe auf 450 Euro ab. Drei Tage später meldete die Produktionsfirma Constantin Film, dass die "Eberhofer-Familie" die Strafe übernehmen will.

    Allerdings hatten noch am Tag der Verurteilung Sympathisanten bei Facebook einen Spendenaufruf gestartet. Dabei wurden 190 Euro gesammelt. Das Geld hat Markus Schmid dann in sein "Lewakasfest" investiert.