BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Moor-Renaturierung im Fichtelgebirge erhält UN-Auszeichnung | BR24

© BR

Jahrelang hat der Forstbetrieb Fichtelberg daran gearbeitet, ein ehemaliges Moor auf der Königsheide schrittweise wieder zu beleben. Jetzt wird die Renaturierung von hoher Stelle ausgezeichnet - als Projekt der UN-Dekade "Biologische Vielfalt".

3
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Moor-Renaturierung im Fichtelgebirge erhält UN-Auszeichnung

Jahrelang hat der Forstbetrieb Fichtelberg daran gearbeitet, ein ehemaliges Moor auf der Königsheide schrittweise wieder zu beleben. Jetzt wird die Renaturierung von hoher Stelle ausgezeichnet - als Projekt der UN-Dekade "Biologische Vielfalt".

3
Per Mail sharen

Es ist ein großer Tag für den Forstbetrieb Fichtelberg: Die Moor-Renaturierung auf der Königsheide, an der die Forstarbeiter viele Jahre gearbeitet haben, wird als offizielles Projekt der UN-Dekade "Biologische Vielfalt" ausgezeichnet. Die Ehrung wird im Auftrag des Bundesumweltministeriums durch das Bundesamt für Naturschutz und die Geschäftsstelle der UN-Dekade verliehen - an Projekte, die sich in vorbildlicher Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen.

Neue Lebensräume für bedrohte Arten in der Königsheide

In den vergangenen Jahren hat der Forstbetrieb auf dem Höhenrücken "Königsheide" im westlichen Fichtelgebirge mehr als 50 Hektar Moorfläche wieder revitalisiert. Entwässerungsgräben wurden geschlossen, Fichten gefällt, zugewachsene Flächen entbuscht. So konnten neue Lebensräume für vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten angelegt werden, erklärt Martin Hertel vom Forstbetrieb Fichtelberg.

Die etwa 800 Hektar umfassende Königsheide liegt auf einer Bergkuppe im westlichen Fichtelgebirge. Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde das Moorgebiet - wie viele andere auch - bepflanzbar gemacht, denn damals wurden Ackerflächen zum Anbau von Nahrung für Mensch und Tier benötigt. Viele dieser Flächen werden heute nicht mehr gebraucht, daher können die Moore renaturiert werden. Der Forstbetrieb Fichtelberg hat den Vorgang der Urbarmachung in den letzten Jahren wieder umgekehrt.

Moore wichtig im Kampf gegen den Klimawandel

Wegen seiner hohen Niederschlagsmengen gilt das Fichtelgebirge als typisches Moorgebiet. Es gibt mehrere Vorkommen natürlicher Moore in der Region. Unter anderem im Zeitelmoos bei Wunsiedel, am Fichtelsee oder auch in "Torfmoorhölle" bei Weißenstadt gibt es Vorkommen natürlicher Moore. Auch im Landkreis Wunsiedel war vor kurzem ein Moor-Renaturierungsprojekt zum Abschluss gekommen.

Durch den Klimawandel und die extreme Trockenheit der letzten Jahre litten die Moore erheblich. Dabei sind Moore CO2-Speicher und wichtig im Kampf gegen den Klimawandel. Laut Bund Naturschutz werde 30 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffs von Mooren gespeichert, obwohl diese nur drei Prozent der globalen Landflächen bedecken.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!